Israel liefert nach eigenen Angaben Flugtreibstoff nach Deutschland. Die Lieferungen erfolgten auf Anfrage des deutschen Energieministeriums und seien eine Reaktion auf die „Krise in der Straße von Hormus“, teilten das israelische Außen- und das Energieministerium am Dienstagabend mit. Der Spiegel berichtete.
Der israelische Außenminister Gideon Saar habe die deutsche Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche (CDU) bei seinem Besuch in Berlin über den Schritt informiert. Eine Bestätigung der Bundesregierung lag dem Spiegel zufolge zunächst nicht vor.
Sicherheitsrat sieht kein Problem mit Kerosinmangel
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hatte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland zuvor gesagt, ein Kerosinmangel sei für Deutschland kein Thema, es gebe ausreichend Raffinerien zur Herstellung. Auch der Nationale Sicherheitsrat hatte sich im April mit der Energiekrise infolge des Iran-Krieges befasst. Aus Teilnehmerkreisen hieß es, die Vorräte würden „für eine absehbare Zeit“ als ausreichend erachtet. Man sei sich aber der „angespannten Situation“ bewusst.
Wirtschaftsweise zu steigenden Kerosinpreisen wegen Iran-Krieg: Urlaubspläne ändern
Kerosin-Triage und Energie-Lockdown: So geraten die Urlaubspläne ins Trudeln
Die EU-Kommission erwägt nach Angaben von EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas, verstärkt Flugkraftstoff aus den USA zu beziehen. Geprüft werde die Zulassung von Treibstoff des Typs A aus US-Produktion, der in der EU bislang nicht zugelassen ist, berichteten die Nachrichtenagenturen Reuters und AFP nach einer Videokonferenz der EU-Verkehrsminister. Tzitzikostas kündigte zudem ein neues Gremium an, das die Treibstoffvorräte in den 27 Mitgliedstaaten überwachen soll.
Kerosinpreise: KLM streicht Flüge
Deutschland hat nach Angaben des Wirtschaftsministeriums bereits 50.000 Tonnen Flugtreibstoff aus den strategischen Reserven freigegeben, koordiniert mit der EU und der Internationalen Energieagentur (IEA).
Seit Beginn des Iran-Krieges hat sich der Kerosinpreis nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) mehr als verdoppelt. Im Verlauf des Konflikts kamen die Transporte von Rohöl und Kerosin durch die Straße von Hormus nahezu zum Erliegen. Europa bezieht in der Regel rund die Hälfte seines Kerosins aus der Golfregion.
Erste Folgen für den Luftverkehr werden bereits sichtbar: Der Konzern Air France-KLM teilte mit, die Treibstoffrechnung werde in diesem Jahr auf 9,3 Milliarden Dollar steigen. Die Tochter KLM streicht 80 Hin- und Rückflüge ab dem Flughafen Amsterdam-Schiphol, weil sich diese nach Unternehmensangaben wirtschaftlich nicht mehr betreiben lassen.
Reiche sagte am mittwoch warnte zum Auftakt eines G7-Ministertreffens am Mittwoch vor den wirtschaftlichen Folgen der Blockade der Straße von Hormus. „Jeden Tag, an dem die Straße von Hormus geschlossen ist, kostet uns das Geld: hohe Energiepreise, gebrochene Lieferketten und steigende Kosten für unsere Produktion sind die Folge“.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]