Die Kosten des seit elf Wochen andauernden Krieges der USA gegen den Iran sind nach Angaben des Pentagons auf rund 29 Milliarden US-Dollar gestiegen. Diese Zahl nannte der kommissarische Pentagon-Haushaltschef Jules Hurst am Dienstag bei einer Anhörungen vor den Verteidigungsausschüssen von Repräsentantenhaus und Senat, wie die New York Times berichtet. Vor zwei Wochen hatte die Schätzung noch bei 25 Milliarden Dollar gelegen. Den Großteil des Anstiegs führte Hurst auf höhere Reparatur- und Ersatzkosten für Ausrüstung sowie laufende Einsatzkosten zurück; Schäden an US-Stützpunkten im Nahen Osten seien darin noch nicht enthalten.
Verteidigungsminister Pete Hegseth wich nach Darstellung der New York Times wiederholten Fragen aus, wann und in welcher Höhe die Regierung einen Nachtragshaushalt zur Finanzierung des Krieges beantragen werde. Der republikanische Vorsitzende des Verteidigungsunterausschusses, Ken Calvert aus Kalifornien, drängte auf rasche Vorlage. Hegseth entgegnete laut New York Times, die Munitionsfrage werde „töricht und wenig hilfreich überzeichnet“, man habe „ausreichend von dem, was nötig ist“. Politico zufolge berichten Schätzungen über einen möglichen Nachtragsbedarf von bis zu 200 Milliarden Dollar.
Iran weit weniger geschwächt als dargestellt
Auch innerhalb der Republikaner gab es laut der Nachrichtenagentur AP Gegenwind: Der frühere Fraktionschef Mitch McConnell bezeichnete die Nato als „wichtigstes Militärbündnis der Weltgeschichte“, Tom Cole aus Oklahoma erinnerte daran, dass „America First“ nie „Amerika allein“ bedeutet habe. Hintergrund ist Präsident Donald Trumps Kritik an europäischen Verbündeten, die sich nicht an der Wiederöffnung der Straße von Hormus beteiligen. Die demokratische Senatorin Patty Murray aus Washington nannte die Kostenangaben laut Politico „verdächtig niedrig“.
Parallel berichtet die New York Times über Geheimdienstbewertungen von Anfang Mai, wonach das iranische Militär weit weniger geschwächt sei als von Trump und Hegseth öffentlich dargestellt. Dem Bericht zufolge habe der Iran wieder operativen Zugriff auf 30 seiner 33 Raketenstandorte entlang der Straße von Hormus, verfüge über rund 70 Prozent seines Vorkriegsbestands an ballistischen und Marschflugkörpern sowie über etwa 90 Prozent seiner unterirdischen Lager- und Startanlagen. Trump hatte im März bei CBS News erklärt, die iranischen Raketen seien „auf einen Rest reduziert“, Hegseth sprach am 8. April von einem militärisch „für Jahre handlungsunfähigen“ Iran.
Die New York Times verweist darauf, dass die US-Streitkräfte rund 1100 Marschflugkörper, mehr als 1000 Tomahawks und über 1300 Patriot-Abfangraketen verbraucht hätten – Mengen, deren Wiederbeschaffung Jahre dauern werde. Generalstabschef Dan Caine versicherte laut New York Times im Kongress dennoch, man habe „ausreichend Munition“ für die laufenden Aufgaben.
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