Straße von Hormus

Iran-Krieg: Ölpreis zieht nach Trumps Absage an Teheran weiter an - ein saudischer Konzern profitiert

Nach Trumps Zurückweisung des iranischen Vorschlags klettert der Ölpreis weiter. Brent steigt zeitweise auf knapp 106 Dollar, Aramco verdient an der Krise.

Lea Brüggemann
Lea Brüggemann
3 Min
US-Präsident Donald Trump bezeichnete Irans Vorschlag als „vollkommen inakzeptabel“.

US-Präsident Donald Trump bezeichnete Irans Vorschlag als „vollkommen inakzeptabel“.

© Andrew Leyden/imago

Die Ablehnung des jüngsten iranischen Vorschlags durch US-Präsident Donald Trump hat den Ölpreis am Montagmorgen weiter steigen lassen. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent zunächst 104,01 Dollar, der Preis für die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um 2,54 Prozent auf 97,84 Dollar zu. Trump bezeichnete die über Pakistan übermittelte Antwort Teherans auf Truth Social als „vollkommen inakzeptabel“.

Laut AFP sieht der iranische Vorschlag ein Ende der Kämpfe „an allen Fronten und besonders im Libanon“ sowie Garantien für eine sichere Schifffahrt vor. Die Straße von Hormus ist seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar von den Revolutionsgarden weitgehend gesperrt, die US-Marine blockiert zudem die iranischen Häfen. Rund 1500 Handelsschiffe sitzen an der Meerenge fest.

Saudische Ölkonzern Aramoc profitiert

Wie die Nachrichtenagentur AP meldet, profitiert der saudische Ölkonzern Aramco von der Lage: Der Quartalsgewinn stieg um 25 Prozent auf 32,5 Milliarden Dollar. Konzernchef Amin Nasser erklärte, die Ost-West-Pipeline quer durch Saudi-Arabien zum Roten Meer laufe nun mit ihrer maximalen Kapazität von sieben Millionen Barrel pro Tag und helfe, den globalen Energieschock abzufedern. Vor dem Krieg flossen laut AP rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls täglich durch die Straße von Hormus.

Der Brent-Preis liegt damit zwar unter dem Kriegshöchststand von über 119 Dollar, aber deutlich über dem Niveau von rund 70 Dollar Ende Februar, wie AP berichtet. Aramco verwies darauf, dass die geförderte Menge nur einen Bruchteil der üblichen Produktion ausmacht – im vierten Quartal 2025 waren es noch 11,1 Millionen Barrel täglich.

„Wettlauf gegen die Zeit“

Analysten der Investmentbank Morgan Stanley sprechen laut Bloomberg von einem „Wettlauf gegen die Zeit“. Trotz des Ausfalls von fast einer Milliarde Barrel hätten die Notierungen die Höchststände nach Russlands Einmarsch in der Ukraine bisher nicht überschritten. Höhere US-Exporte und sinkende chinesische Importe hätten den Markt abgeschirmt: Laut den von Bloomberg zitierten Analysten um Martijn Rats kompensieren ein US-Exportplus von 3,8 Millionen Barrel pro Tag und ein chinesischer Importrückgang von 5,5 Millionen Barrel täglich eine Knappheit von 9,3 Millionen Barrel.

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Bloomberg zufolge geht Morgan Stanley im Basisszenario von einer Wiedereröffnung der Straße im Juni aus und prognostiziert für den physischen Nordsee-Referenzpreis Dated Brent 110 Dollar im laufenden Quartal, 100 Dollar im Folgequartal und 90 Dollar zum Jahresende. Bleibt die Meerenge bis Juli gesperrt, seien Preise zwischen 130 und 150 Dollar möglich. Am Montag stiegen die Brent-Futures laut Bloomberg zeitweise um bis zu 4,6 Prozent auf 105,99 Dollar.

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