Die Verbraucherpreise in den USA sind im Mai so stark gestiegen wie seit drei Jahren nicht mehr. Wie das Statistikamt des US-Arbeitsministeriums am Mittwoch mitteilte, legte der Verbraucherpreisindex (CPI) im Jahresvergleich um 4,2 Prozent zu, nach 3,8 Prozent im April. Im Monatsvergleich verteuerten sich Waren und Dienstleistungen um 0,5 Prozent. Es ist der dritte Anstieg in Folge.
Hauptursache für den Preisschub sind nach Angaben der Behörde die gestiegenen Energiekosten. Allein höhere Energiepreise machten rund 60 Prozent des Monatsanstiegs aus, wie der Sender CNN unter Berufung auf die Daten berichtete. Der landesweite Durchschnittspreis für Benzin stieg im Mai um 8,8 Prozent auf 4,60 Dollar je Gallone, wie die US-Energieinformationsbehörde EIA mitteilte.
Hintergrund der Verteuerung ist der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran. Nach der gemeinsamen US-israelischen Militäroperation gegen den Iran Ende Februar hatte Teheran die für den weltweiten Ölhandel zentrale Straße von Hormus weitgehend blockiert.
Über die Meerenge wird in normalen Zeiten rund ein Fünftel der globalen Ölversorgung abgewickelt. Zeitweise waren die Benzinpreise laut Reuters um mehr als 50 Prozent gestiegen. Nach einer – wenn auch brüchigen – Waffenruhe haben sie zuletzt wieder nachgegeben. Eine langfristige Lösung wurde bislang nicht gefunden.
Kerninflation bleibt moderater
Ohne die schwankungsanfälligen Bereiche Energie und Lebensmittel fiel der Preisanstieg geringer aus. Die sogenannte Kerninflation legte im Monatsvergleich um 0,2 Prozent zu, im Jahresvergleich um 2,9 Prozent.
Das deutet nach Einschätzung von Ökonomen darauf hin, dass sich die Teuerung bisher nicht breit in der Wirtschaft ausgebreitet hat. Der Wirtschaftsprofessor Sung Won Sohn von der Loyola Marymount University erklärte laut CNN in einer Mitteilung, der Anstieg sei „immer noch zu hoch für Komfort“, konzentriere sich aber vor allem auf Energie und Benzin.
USA: Druck auf Haushalte und Notenbank
Die Inflation übertraf laut Reuters den zweiten Monat in Folge das Lohnwachstum. Die realen Löhne sanken nach Angaben von CNN um 0,7 Prozent. Das könne die Kaufkraft der Verbraucher schwächen und das Wirtschaftswachstum belasten, berichtete Reuters.
Für die US-Notenbank Federal Reserve liegen alle Inflationsmaße zudem deutlich über dem Ziel von zwei Prozent. Anleger an den Finanzmärkten rechnen laut AP inzwischen mit einer möglichen Zinserhöhung im Dezember, nachdem zu Jahresbeginn noch Zinssenkungen erwartet worden waren."
Für US-Präsident Donald Trump, der die Senkung der Lebenshaltungskosten zu einem zentralen Wahlversprechen gemacht hatte, sind die Daten nach Einschätzung von Reuters und AP eine politische Belastung vor den Kongresswahlen im November. Trumps Zustimmungswerte waren zuletzt gefallen.
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