Nahost-Krieg

„Enthauptungsschlag“: Trump beschwört „letzte Chance" für Iran-Verhandlungen

Der Iran hatte jegliche Gespräche mit Washington bestritten, doch laut Trump laufen zur Stunde Verhandlungen. Nun macht der US-Präsident seinem Ärger Luft – und setzt eine Drohung ab.

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US-Präsident Donald Trump spricht auf dem Rückweg ins Weiße Haus an Bord der Air Force One mit Reportern.

US-Präsident Donald Trump spricht auf dem Rückweg ins Weiße Haus an Bord der Air Force One mit Reportern.

© Jacquelyn Martin/AP

Bei den Trump Iran-Verhandlungen widersprechen sich beide Seiten offen. US-Präsident Donald Trump erklärte am Montag laut Reuters, die Gespräche mit dem Iran liefen „genau jetzt“ – und seien für Teheran die letzte Chance, ein gutes Abkommen zu unterzeichnen.

Zuvor hatte der Iran erklärt, es gebe überhaupt keine laufenden Verhandlungen mit den USA. Trump reagierte darauf mit scharfer Kritik und nannte die iranische Führung in einem Post auf Truth Social „unglaublich hinterhältig“.

Trump: Verhandlungen „laufen genau jetzt“

Trump äußerte sich kurz darauf am Montag gegenüber Reportern. „Sie laufen genau jetzt“, sagte er laut Reuters auf die Frage nach dem Stand der Gespräche. Beide Seiten sprächen demnach auf Bitten des Iran, Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate und Katars sowie weiterer Länder miteinander.

Zugleich machte Trump klar, dass er die Gespräche als entscheidend betrachtet. „Das ist eine letzte Chance für sie, ein gutes Dokument zu unterzeichnen“, sagte er laut Reuters mit Blick auf den Iran.

„Ich glaube, dass wir vielleicht noch zu einer Einigung kommen werden. Aber ich möchte ihnen jede letzte Chance geben, bevor wir einen Enthauptungsschlag durchführen“, sagte er und wiederholte damit seine Drohung, einen groß angelegten Angriff auf den Iran zu starten.

Details zu Teilnehmern, Ort oder Zeitplan der Gespräche nannte Trump nicht.

Der Wutausbruch auf Truth Social

Vorausgegangen war eine iranische Erklärung, wonach keine Gespräche liefen. Daraufhin griff Trump die Führung in Teheran scharf an – und bezeichnete sie als „unglaublich hinterhältig“.

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In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump, die iranische Führung bitte um ein Treffen, „manche würden sagen: bettelt“, Gespräche begännen, weitere seien geplant – und dann behaupte Teheran öffentlich, es gebe keinerlei Diskussionen und man befasse sich nur mit „Oman“.

In demselben Beitrag ging Trump auch auf die Straße von Hormus ein. Er schrieb, die Meerenge werde bereits vollständig von der US-Marine kontrolliert, und sprach von einer „Blockade“ beziehungsweise einer „Mauer aus Stahl“. Nichts komme nach Iran durch, außer die USA wollten es. Und erklärte: „IRAN WIRD NIEMALS EINE ATOMWAFFE HABEN!“

Iran widerspricht: Es geht um Oman, nicht um die USA

Der Iran zeichnete ein anderes Bild. Nach Angaben des Außenministeriumssprechers Esmail Baghaei verhandele Teheran nicht mit den USA, sondern mit dem Oman. „Wir verhandeln derzeit nicht mit den Vereinigten Staaten“, sagte er laut Bloomberg.

Bei den Gesprächen mit dem Oman gehe es um eine „vorübergehende" Route, um die Sicherheit von Schiffen in der Straße von Hormus zu gewährleisten, so Baghaei laut Bloomberg. Nicht Gegenstand sei, ob die Meerenge insgesamt geöffnet oder geschlossen werde.

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erklärte weiter, die Gespräche zwischen Iran und Oman befänden sich in der Endphase.

Warum die Straße von Hormus so wichtig ist

Die Straße von Hormus ist eine zentrale Route für Öl, Flüssigerdgas und weitere Rohstoffe. Laut Bloomberg bleibt der Engpass derzeit nahezu vollständig gesperrt – kaum ein Schiff passiert ihn mit eingeschaltetem Transponder.

Die Nachrichtenlage hatte auch direkte Folgen an den Rohstoffmärkten. Laut Bloomberg fiel der Preis für die Sorte Brent am Montag zunächst um rund 4,6 Prozent auf gut 83 US-Dollar je Barrel, nachdem Trump nach eigenen Angaben einen geplanten Großangriff auf den Iran abgesagt hatte.

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