Der Hurrikan „Isaias“ hat sich auf dem Weg zur US-Golfküste weiter verstärkt und erreicht Windgeschwindigkeiten von rund 165 Kilometern pro Stunde. Das entspricht der Stufe zwei von fünf auf der Hurrikanskala, wie das US-Hurrikanzentrum NHC mitteilte.
Nach Angaben des nationalen Wetterdienstes wird der Sturm am Freitagabend (Ortszeit) oder in der Nacht zum Samstag auf Land treffen. Besonders gefährdet sind der Nordwesten Floridas sowie Alabama und Mississippi.
NHC-Direktor Michael Brennan sprach von einem gefährlichen Hurrikan. Die Küstenbewohner sollten sich vorbereiten, bevor sich die Wetterlage an der nördlichen Golfküste rasch verschlechtere, sagte er laut der Nachrichtenagentur AP.
Meteorologen warnen vor lebensbedrohlichen Sturmfluten von bis zu zwei Metern Höhe, Regenmengen von bis zu 38 Zentimetern sowie möglichen Tornados. Auch mit länger anhaltenden Stromausfällen sei zu rechnen.
Notstand in mehreren Bundesstaaten
Die Gouverneure von Florida und Alabama riefen für zahlreiche Bezirke den Notstand aus. Alabamas Gouverneurin Kay Ivey ordnete die Evakuierung von Touristen aus den Küstenorten Gulf Shores, Orange Beach und von der vorgelagerten Insel Dauphin Island an.
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Floridas Gouverneur Ron DeSantis erklärte nach Angaben der dpa, man stelle sich vorsorglich auf einen Hurrikan der Stufe drei ein. Am Freitag sollen rund 5000 Nationalgardisten im Einsatz sein. Der Flughafen von Pensacola stellt den Linienbetrieb vorübergehend ein.
Ausfälle beeinflussen angespannten Ölmarkt
Die Ölförderung im Golf von Mexiko macht rund 15 Prozent der jährlichen US-Rohölproduktion aus und ist durch den Hurrikan bereits erheblich beeinträchtigt. Nach Angaben der zuständigen US-Behörde standen am Donnerstag etwa 63 Prozent der Förderung still, das entspricht rund 1,3 Millionen Barrel pro Tag. Von 371 bemannten Förderplattformen seien 121 geräumt worden.
Die Ausfälle treffen einen durch den Iran-Krieg ohnehin angespannten Energiemarkt. Dennoch gaben die Ölpreise am Freitag leicht nach, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump von „produktiven Gesprächen“ mit Teheran gesprochen.
Die Analystin Linh Tran vom Finanzdienstleister XS.com sagte Reuters, wie lange die Förderausfälle die Preise hoch halten, hänge vom Zustand der Anlagen nach dem Sturm und vom Tempo ihrer Wiederinbetriebnahme ab.
Auch Mexiko stellt sich auf Extremwetter ein: Der Hurrikan „Simon“ könnte am Sonntag als Hurrikan der Stufe vier auf die Pazifikküste treffen.
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