Sturmflutwarnungen

„Isaias“ wird zum Hurrikan – ein Viertel der Ölförderung im Golf steht still

Der Sturm erreicht Windgeschwindigkeiten von rund 120 Kilometern pro Stunde. An der US-Golfküste gibt es Evakuierungsaufrufe und Vorbereitungen auf Starkregen und Überschwemmungen.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Hohe Wellen schlagen an der Küste Floridas gegen eine Seebrücke, während im August 2020 der gleichnamige Hurrikan „Isaias“ über die Region zieht.

Hohe Wellen schlagen an der Küste Floridas gegen eine Seebrücke, während im August 2020 der gleichnamige Hurrikan „Isaias“ über die Region zieht.

© mpi04/MediaPunch/imago

Der Tropensturm „Isaias“ hat im Golf von Mexiko Hurrikanstärke erreicht. Das teilte das US-Hurrikanzentrum NHC in der Nacht zum Donnerstag mit. Nach Messungen eines Aufklärungsflugzeugs der Luftwaffe liegen die Windgeschwindigkeiten bei rund 120 Kilometern pro Stunde.

Der Luftdruck im Auge des Sturms liegt bei 981 Hektopascal. Das Sturmzentrum befand sich zuletzt rund 715 Kilometer südsüdwestlich der Mündung des Mississippi und zog mit etwa 15 Kilometern pro Stunde nach Ostnordost.

Nach Angaben des NHC wird erwartet, dass „Isaias“ am späten Freitag oder in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) zwischen der Küste von Mississippi und dem nordwestlichen Küstenstreifen Floridas auf Land trifft. Vorhergesagt werden heftige Regenfälle und mögliche Sturzfluten.

„Wir erwarten ab Freitag bis ins Wochenende hinein vielfach gefährliche, lebensbedrohende Auswirkungen entlang Abschnitten der nördlichen Golfküste“, sagte NHC-Direktor Michael Brennan laut der dpa. Für Teile der nördlichen Golfküste gelten Hurrikan- und Sturmflutwarnungen.

Ausfälle in der Offshore-Förderung

Bereits vor Erreichen der Hurrikanstärke haben Öl- und Gaskonzerne einen Großteil ihrer Produktion im Golf von Mexiko vorsorglich eingestellt. Nach Daten der zuständigen US-Behörde, über die die Nachrichtenagentur AP berichtete, waren am Mittwoch rund 25 Prozent der Offshore-Ölförderung in der Region abgeschaltet.

Das entspricht einem Ausfall von etwa 511.000 Barrel pro Tag. Acht der 371 bemannten Förderplattformen wurden evakuiert. Der Golf von Mexiko steht nach Angaben der Behörde für knapp 15 Prozent der jährlichen US-Rohölförderung.

Notstand in Florida und Alabama

Die Gouverneure von Florida und Alabama riefen für Dutzende Bezirke den Notstand aus. Alabamas Gouverneurin Kay Ivey erklärte auf der Plattform X, die Vorbereitungen müssten ernst genommen werden.

In den Küstenorten Gulf Shores und Orange Beach wurden Bewohner tiefer gelegener Gebiete zur freiwilligen Evakuierung aufgerufen, das für dieses Wochenende geplante „National Shrimp Festival“, ein großes Volksfest an der Küste rund um Garnelen, das im Vorjahr rund 325.000 Besucher anzog, wurde abgesagt. In Pensacola stellten die Behörden Sand für Sandsäcke bereit, Stromversorger brachten Reparaturteams in Stellung.

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„Isaias“ ist der erste Hurrikan der diesjährigen Atlantik-Hurrikansaison, die offiziell von Juni bis Ende November dauert. Nach Angaben des US-Wetterdienstes bildete er sich damit nur einen Tag vor dem bislang spätesten für die Region dokumentierten Termin, der aus dem Jahr 1905 stammt. Die Saison verlief in diesem Jahr nach Angaben der Meteorologen wegen eines starken El Niño ungewöhnlich ruhig.

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