Terror

Islamischer Staat: Anschlagsdrohung gegen Kölner Karneval

Kurz vor Beginn des Straßenkarnevals wird im Internet zu Anschlägen aufgerufen. Das sagt die Polizei in Köln zu den Aufrufen.

Maria Windisch Team News dpa/maw
2 Min
Von einem Karnevalswagen werden Kamelle geworfen.

Von einem Karnevalswagen werden Kamelle geworfen.

© dpa

Islamisten haben in sozialen Netzwerken zu Anschlägen, unter anderem während des Kölner Karnevals aufgerufen. Diese Botschaften seien auch darauf ausgerichtet, Angst und Verunsicherung in der Bevölkerung zu verbreiten, erklärte Martin Lotz, der Einsatzleiter der Kölner Polizei für die Karnevalstage. Die Sicherheitsbehörden prüfen daher eine erneute Anpassung ihres Einsatzkonzepts.

Über den Aufruf hatte die Bild berichtet. Auf einer Website der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) ist demnach ein Plakat mit vier Anschlagszielen zu sehen, davon zwei in Köln, eines in Nürnberg und eines in der niederländischen Hafenstadt Rotterdam.

Eine Polizeisprecherin in Nürnberg sagte: „Wir haben keine Erkenntnisse auf konkrete Anschlagspläne oder eine konkrete Gefährdung. Das ändert nichts an unseren bisherigen Plänen.“

Terror in Deutschland: Abstrakt hohe Gefahr

Aus Sicherheitskreisen hieß es, die Aufrufe seien bekannt und würden auch ernst genommen. Das deckt sich mit der aktuellen Gefährdungsbewertung, wonach eine abstrakt hohe Gefahr besteht, hieß es. Neu seien solche Aufrufe zu Gewalttaten über IS-Propagandakanäle nicht.

Der Kölner Einsatzleiter Lotz sagte: „Wir werden die Einsatzkräfte aufgrund des Posts noch einmal sensibilisieren und fortlaufend informieren.“ Aufgrund der angespannten Sicherheitslage sei die Polizei auf derartige Entwicklungen vorbereitet.

In der vergangenen Woche hatte die Kölner Polizei bereits mitgeteilt, dass sie sich nach dem Anschlag in München und anderen Gewalttaten in Deutschland mit einem strengen Sicherheitskonzept auf die Karnevalstage vorbereite. „Die Sicherheitslage nach den Taten radikalisierter Einzeltäter ist angespannter als in den Vorjahren“, hatte Lotz gesagt. Konkrete Hinweise auf Anschlagspläne gebe es zwar nicht - umso mehr sei man aber gefordert, auf alles eingestellt zu sein.

An den Karnevalstagen will die Kölner Polizei in der Spitze rund 1.500 Beamte mehr aufbieten als an normalen Tagen. Der Straßenkarneval beginnt an diesem Donnerstag mit Weiberfastnacht.

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