JERUSALEM. Herbeigesehnt hat das offizielle Israel einen derart einschneidenden Wechsel in den USA nicht. So sehr Barack Obamas Charisma den Israelis imponiert - man ist besorgt, dass in Washington zu viel neuer Wind aufkommen könnte, hofft aber doch, dass sich im israelisch-amerikanischen Verhältnis nichts Grundsätzliches ändern wird. Obama habe erst mal genug zu tun mit globaler Finanzkrise, Irak und Afghanistan, glaubt man. Der Nahost-Konflikt stehe wohl kaum vorne auf seiner Prioritätenliste. Israels nationalrechte Siedlerlobby allerdings macht gegen Obama mobil, als ob er von Israel bereits die großflächige Räumung des Westjordanlandes gefordert hätte. Das israelische wie das palästinensische Friedenslager hingegen setzt darauf, dass sich Obama mehr einmischt als sein Vorgänger Bush.Man hoffe sehr, sagte Saeb Erekat, einer der palästinensischen Chefunterhändler, dass Obama schnellstmöglich die Weichen stelle, um das Zwei-Staaten-Konzept umzusetzen. Eine Option scheint gänzlich vom Tisch: Die alte US-Regierung und der scheidende Präsident Bush werden die Periode bis zur Vereidigung Obamas wohl nicht dafür nutzen, einen israelischen Angriff auf iranische Nuklearanlagen abzusegnen. Inge Günther
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