Editorial

Randaspekt Demokratie: Was Berlin aus dem Wahlchaos nicht gelernt hat

Berlin wählt am 20. September. Dass es wieder schiefgeht, sagt niemand. Aber wie viele Wahlkabinen stehen, sagt die Verwaltung auch nicht – genau daran scheiterte die Wahl 2021.

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Geduldsprobe für die Demokratie: Lange Warteschlangen vor einem Berliner Wahllokal 2021.

Geduldsprobe für die Demokratie: Lange Warteschlangen vor einem Berliner Wahllokal 2021.

© Markus Wächter/Waechter

Sachsen-Anhalt hat gewählt. Mit 43,8 Prozent ist die AfD mit weitem Abstand stärkste Kraft geworden, sie hat die CDU deklassiert und die politische Landschaft eines ganzen Bundeslandes – vielleicht sogar der ganzen Republik – umgepflügt. Ob daraus ein AfD-Ministerpräsident folgt, ist offen. Sicher ist nur: Nach dem vergangenen Sonntag ist die deutsche Politik eine andere. Und der nächste Wahlsonntag kommt schon.

Am 20. September wählen Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Im Nordosten liegt die AfD in Umfragen bei über einem Drittel. Und selbst in Berlin, dieser liberalen, internationalen, notorisch eigensinnigen Metropole, kommt sie inzwischen auf 18 Prozent. Wer das vor einigen Jahren vorhergesagt hätte, dem hätten selbst rechte Idealisten die Prognosefähigkeit bestritten.

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