Stellen Sie sich vor, Ihre Hausbank würde die Tür zum Tresorraum sperrangelweit offenstehen lassen, die Alarmanlage abbauen und das Wachpersonal nach Hause schicken. In Ihrer Hausbank kommt leider eins zum anderen: Nicht nur, dass sich die Filialleitung als recht nachlässig erweist, sondern sie muss auch noch sparen, da die Zentrale die Mittel für Sicherheit gekürzt hat.
So ist es nur eine Frage der Zeit, dass Bankräuber auf diese einladenden Umstände aufmerksam werden und fortan fröhlich und ungehindert Tresor und Schließfächer ausräumen. Nach dem Einbruch stellt sich dann der Bankdirektor der Zentrale hin und sagt: „Jaja, Banküberfälle gibt es inzwischen tagtäglich. Aber bislang ist es uns gelungen, diese Angriffe immer abzuwehren.“ Und jetzt sei halt einer durchgekommen, „sehr, sehr professionell und mit einer sehr, sehr hohen kriminellen Energie“.
Nun wird manch einer kopfschüttelnd sagen, dass es ja so etwas im wirklichen Leben nicht gebe. Und dann muss man leider entgegnen, dass es sich genauso in Berlin zugetragen hat. Nur dass die Bank keine Bank war, sondern das IT-System des Landes Berlin. Und der Bankdirektor war kein Bankdirektor, sondern der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU).
Digitale Ignoranz
IT-GAU mit Ansage: Trotz Warnungen lässt Berlin seine Bürger weiter ins offene Messer laufen
Der GAU der digitalen Infrastruktur kam in Berlin nicht über Nacht. Experten warnen seit Jahren. Das IT-Netz ist für Cyber-Terroristen weiter offen wie ein Scheunentor.
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Kai Wegner (CDU), Regierender Bürgermeister von Berlin: Cyber-Terroristen fühlen sich von ihm eingeladen.
© Sebastian Christoph Gollnow/dpa
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