JAHRESTAGE

80 Seiten täglich

Ulrich Kastner
3 Min

I)er lange Zeit bedeutendste Bildhauer der DDR Fritz Cremer verstarb vor einem Jahr am 1. September in Berlin. Bis kurz vor seinem Tod war er in seinem Atelier am Pariser Platz tätig, fast schon 87 Jahre alt. Der gelernte Steinmetz aus Westfalen trat der kommunistischen Partei bei, bevor er an die Kunstakademie nach Berlin ging. Zum Professor wurde er in Wien berufen; 1950 siedelte er in die DI)R über. Seine Denkmäler für die Opfer des Faschismus in mehreren Konzentrations- und Vernichtungslagern stehen in der Tradition von Ernst Barlach und Käthe Kollwitz. Neben seinen zahlreichen Plastiken -- darunter auch der ,Aufsteiger" vor dem UNO-llauptquartier in New York sowie das Brecht-t)enkrnal vor dem Berliner Ensemble -- hat er ein eigenständiges lithographisches Werk geschaffen. Seine Anerkennung in West-Berlin verhinderte die gespannte Atmosphäre in der Stadt: 1951 wurde nicht nur eine Ausstellung geschlossen, sondern auch dem Galeristen die Gewerbeerlaubnis entzogen. Zuletzt waren seine Werke in Antwerpen unter dem Titel "Künstler im Widerstand" zu sehen.Er wurde 1983 zum schönsten Mann der Welt gewählt, und seit 1991 ist er mit einer der Schönsten, dem Fotomodell Cindy Crawford, verheiratet. Soviel Schönheit scheint dem amerikanischen Schauspieler Richard Gere jedoch nicht zu genügen: Der gebürtige New Yorker und bekennende Buddhist spielte neben Hauptrollen in Kinoerfolgen wie "American Gigolo" oder "Ein Offizier und Gentleman" auch immer in anspruchsvollen Bühnenstücken, die nicht recht zu seiner Aura als eitler Hollywoodstar paßten. In New York gründete er das "Tibet-haus" und engagiert sich für die Rechte der Tibeter. Wer weiß, was aus dem Schauspieler im I.and der unbegrenzten Möglichkeiten noch alles wird; der 31. August ist erst sein 45. Geburtstag.Ursprünglich wollte er Priester werden, brach auch eine Lehre als Konditor ab und begann schließlich mit 16 Jahren als Reporter zu schreiben. IBjährig veröffentlichte er 1921 seinen ersten Roman und war bald für eine Zeitung iii Paris tätig. l)er belgische Schriftsteller Georges Simenon soll es in dieser Zeit unter 23 Pseudonymen auf etwa 200 Romane und rund 1 000 Kurzgeschichten gebracht haben, und die Legende sagt ihm 80 druckreite Seiten täglich (!) nach. 1930 begann er mit den Maigret-Kriminairomanen, die insgesamt 85 Titel umtassen. Zu diesen Romanen um eine der berühmtesten Kommissar-Figuren kommen noch rund 130 andere Krimis. Auch eine seiner diversen Autobiographien. die er nach dem od seiner Tochter ~ erfaßte, brachte ihm literarische Anerkennung cm. Sein frOhes Ziel. mit dem Schreiben viel Geld ~u verdienen, scheint er nach einer Gesamtauflage von 500 Millionen Exemplaren erreicht zu haben. Vor fünf Jahren verstarb er am 4. September 86 jährig.Der Bildhauer Fritz CremerFoto: Schorsch

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