Essay

Die neue Sprache des Krieges: Kritiker einfach „Putinfreunde“ nennen

Charlotte Misselwitz sieht ostdeutsche Kriegsgegner „weit entfernt von Putin“. Waffenfreunde ähneln wiederum purer Ideologie. Ein Essay.

Charlotte Misselwitz
15 Min
Heute Touristenattraktion, doch entlang ihr zeichnen sich immer noch Unterschiede und Missverständnisse ab: die Berliner Mauer

Heute Touristenattraktion, doch entlang ihr zeichnen sich immer noch Unterschiede und Missverständnisse ab: die Berliner Mauer

© Jürgen Ritter/imago

Natürlich, in Zeiten des Krieges wird die Sprache rauer. Mittlerweile ist Deutschland in zwei Kriege involviert. Die Regierung ist mit der Ukraine und Israel solidarisch und durch Waffenlieferungen engagiert. Und seitdem erfahren nicht nur die jeweiligen Feinde, sondern auch diejenigen in den eigenen Reihen, die Verhandlungen oder Waffenstillstand fordern, harte Zuweisungen. Putinfreunde mit Blick auf den Krieg in Osteuropa, Hamas-Freunde mit Blick auf Nahost.

Interessant ist, dass solche Zuweisungen mehrheitlich Ostdeutsche treffen. Sie hätten den Mantel der russischen Besatzung nicht ausgezogen, heißt es zum Krieg in der Ukraine. Jetzt mit Blick auf Israel ist sogar die Rede von den Ossis, in denen der staatliche Antizionismus der DDR nachwirke.

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