Iran-Abkommen

JD Vance geht wegen Iran-Deals auf Israel los: „Trump ist euer einziger Verbündeter“

US-Vizepräsident JD Vance geht ungewöhnlich hart auf Distanz zu Teilen der israelischen Regierung. Auslöser ist der Streit über das Iran-Abkommen von Donald Trump.

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US-Vizepräsident JD Vance in einer Fernsehsendung

US-Vizepräsident JD Vance in einer Fernsehsendung

© Charles Sykes/AP/dpa

US-Vizepräsident JD Vance hat führende Mitglieder der israelischen Regierung ungewöhnlich scharf kritisiert und sie vor einem Bruch mit Washington gewarnt. Auslöser ist das in dieser Woche geschlossene Abkommen zwischen den USA und dem Iran, das in Israel auf heftige Ablehnung stößt.

„Donald J. Trump ist der einzige Staats- und Regierungschef auf der ganzen Welt, der dem Staat Israel wohlgesonnen ist“, sagte Vance bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Wer in der israelischen Regierung glaube, der US-amerikanische Präsident sei Israels größtes Problem, müsse „aufwachen und die Realität erkennen“, fügte er hinzu. Darüber berichteten Reuters, die Washington Post und weitere US-Medien.

Streit über Iran-Abkommen eskaliert

Die Vereinbarung zwischen Washington und Teheran sieht eine 60-tägige Verhandlungsphase über das iranische Atomprogramm vor. Zudem wurde die US-Seeblockade gegen iranische Häfen aufgehoben und die Öffnung der Straße von Hormus vereinbart. Kritiker in Israel und den USA werfen der Regierung von Präsident Donald Trump vor, dem Iran zu weit entgegenzukommen. Sie bemängeln insbesondere, dass das iranische Raketenprogramm nicht eingeschränkt werde und zentrale Fragen des Atomprogramms zunächst offen blieben.

Mehrere republikanische Senatoren kritisierten zudem einen vorgesehenen Wiederaufbau- und Investitionsfonds im Umfang von 300 Milliarden US-Dollar. Der republikanische Senator Roger Wicker erklärte, das Abkommen gehe „völlig an den Zielen des Präsidenten vorbei“.

Vance greift Ben-Gvir und Smotrich an

Besonders deutlich wurde Vance gegenüber den rechtsnationalen Ministern Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich. In einem Interview mit der New York Times fragte er, was deren konkrete Alternative sei. „Ihr seid ein Land mit neun Millionen Einwohnern. Ihr könnt nicht jedes nationale Sicherheitsproblem lösen, indem ihr einfach Menschen tötet“, sagte der Vizepräsident. Zugleich erinnerte er Israel an die militärische Unterstützung aus den Vereinigten Staaten. Zwei Drittel der Verteidigungssysteme, die Israel in den vergangenen Monaten geschützt hätten, seien von amerikanischen Steuerzahlern finanziert worden.

Die Washington Post wertete die Äußerungen als bislang schärfste öffentliche Kritik der Trump-Regierung an Teilen der israelischen Führung seit Beginn des Krieges gegen den Iran. Vance habe dabei nicht nur das Abkommen verteidigt, sondern Israels internationale Isolation thematisiert.

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Netanjahu und Katz halten dagegen

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reagierte bislang zurückhaltend. Er betonte die Bedeutung der Beziehungen zu den USA, machte jedoch deutlich, dass Israel seine Militärpräsenz im Südlibanon aufrechterhalten wolle.

Noch deutlicher äußerte sich Verteidigungsminister Israel Katz. Er erklärte, die Sicherheitszone im Südlibanon werde bestehen bleiben und Israel werde seine Entscheidungen unabhängig treffen. Selbst wenn Präsident Trump eine andere Auffassung vertrete, könne „niemand Israel Befehle erteilen“, sagte Katz nach Angaben israelischer Medien und in sozialen Netzwerken verbreiteten Videoaufnahmen.

Katz erklärte zudem, die erste Verteidigungslinie der Hisbollah im Südlibanon sei zerstört worden. Die Bewohner der von Israel kontrollierten Sicherheitszone würden nicht zurückkehren, solange Israels Sicherheitsinteressen dies nicht zuließen.

Spannungen zwischen den USA und Israel wachsen

Die Auseinandersetzung zeigt die tiefsten Spannungen zwischen der Trump-Regierung und Teilen der israelischen Führung seit Beginn des Konflikts mit dem Iran. Während Washington das Abkommen als Grundlage für eine dauerhafte Lösung im Atomstreit verteidigt, sehen zahlreiche Politiker in Jerusalem darin ein Sicherheitsrisiko.

Besonders bemerkenswert ist dabei die Rolle von Vance. Der Vizepräsident galt bislang als einer der entschiedensten Unterstützer Israels in der amerikanischen Politik. Zugleich wird er inzwischen als einer der wichtigsten Architekten des Iran-Abkommens betrachtet. Während sich US-Präsident Donald Trump zuletzt teils widersprüchlich zu einzelnen Details der Vereinbarung äußerte, verteidigte Vance den Deal wiederholt öffentlich. Mehrere US-Medien sehen ihn inzwischen als zentrale Figur der Verhandlungen mit Teheran.

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