Bei der US-Regierung wächst die Frustration darüber, dass die Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Krieges nicht vorankommen. US-Vizepräsident J.D. Vance ließ am Mittwoch in einer Rede durchblicken, dass er vor allem Russland dafür verantwortlich macht. „Die Russen verlangen bestimmte Bedingungen, bestimmte Zugeständnisse, um den Konflikt zu beenden. Wir glauben, sie verlangen zu viel“, sagte Vance. Er fügte hinzu, dass Trump bereit sei, die Gespräche abzubrechen - schreckte aber davor zurück, mit Sanktionen zu drohen.
Die USA konzentrieren sich auf eine langfristige Lösung, nachdem Russland den US-Vorschlag zu einem 30-tägigen Waffenstillstand abgelehnt hatte. Laut Vance habe der Kreml verlauten lassen, eine solche vorübergehende Waffenruhe liege nicht im strategischen Interesse von Wladimir Putin, da sie der Ukraine eine Neuordnung ermöglichen würde.
Trump fragt Reporter: Wann hat J.D. Vance das gesagt?
US-Präsident Donald Trump wusste bei einer späteren Pressekonferenz allerdings nicht über die Aussage von Vance Bescheid. „Wann hat er das gesagt?“, fragte er. Die Reporterin antwortete: „Heute Morgen.“ Daraufhin entgegnete Trump, das könne gut sein – Vance wisse womöglich „einige Dinge“, während er selbst mit anderen Themen befasst gewesen sei. Angesprochen auf die Aussage von Vance, der dem Kreml zu viele Forderungen für ein Kriegsende vorgeworfen hatte, sagte Trump: „Wir kommen an einen Punkt, an dem einige Entscheidungen getroffen werden müssen. Ich bin nicht zufrieden damit.“
Trump und Vance brachten damit die wachsende Ungeduld des Weißen Hauses gegenüber dem russischen Präsidenten zum Ausdruck. Ende des vergangenen Monats sagte Trump, Putin wolle ihn vielleicht nur „austricksen“, und deutete an, Sanktionen zu verhängen, um die Dynamik zu ändern.
Pentagon-Chef stoppte ohne Trumps Zustimmung Militärhilfe für die Ukraine
Dass die US-Regierung beim Ukraine-Kurs nicht immer auf dem gleichen Stand zu sein scheint, zeigte bereits ein Alleingang von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth. Der Pentagon-Chef hatte Anfang Februar einen vorübergehenden Stopp der Militärhilfe in die Ukraine angeordnet, ohne das Weiße Haus zu benachrichtigen. Der Hegseth hielt nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters elf Flugzeuge mit Artilleriegeschossen, Granaten und anderen Waffen auf. Trump wusste demnach nicht, dass Hegseth den Befehl gegeben hatte.
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