Geopolitik

„Respektlos“: JD Vance löst mit Aussage über Friedenstruppen in der Ukraine Streit aus

Donald Trumps Vize deutet an, dass ein Rohstoffdeal mit den USA der Ukraine mehr Sicherheit gebe, als Friedenstruppen „aus irgendeinem beliebigen Land“. Vor allem die Briten reagieren empört.

4 Min
US-Vizepräsident JD Vance

US-Vizepräsident JD Vance

© Chip Somodevilla/AFP

US-Vizepräsident JD Vance hat mit Aussagen über die mögliche Beteiligung internationaler Truppen zur Überwachung eines Friedensabkommens in der Ukraine einen Streit ausgelöst. Vance nutzte ein Interview mit Fox News, um den Druck auf die Ukraine zu erhöhen, ein Abkommen über den Abbau der Mineralien mit US-Präsident Donald Trump zu unterzeichnen. Er sagte, dies sei „eine weitaus bessere Sicherheitsgarantie als 20.000 Soldaten aus irgendeinem beliebigen Land, das seit 30 oder 40 Jahren keinen Krieg mehr geführt hat“.

In einem Beitrag in den sozialen Medien fügte er hinzu: „Aber seien wir ehrlich: Es gibt viele Länder, die freiwillig (privat oder öffentlich) Unterstützung anbieten, die aber weder über die Erfahrung auf dem Schlachtfeld noch über die militärische Ausrüstung verfügen, um etwas Sinnvolles zu tun.“

„JD Vance ist ein Clown, der seine Privilegien überprüfen muss“

Mehrere britische Politiker interpretierten dies als Seitenhieb gegen Großbritannien und Frankreich, die bisher die einzigen Länder sind, die ihre Beteiligung für eine potenzielle Friedenstruppe öffentlich zugesagt haben. Dem US-Vizepräsidenten wurde Berichten zufolge vorgeworfen, britische Truppen, die an der Seite der USA im Irak und in Afghanistan gedient hatten, „respektlos behandelt“ zu haben. Ein ehemaliger Veteranenminister bezeichnete ihn laut BBC als „Clown“, der „seine Privilegien überprüfen“ müsse.

Der britische Abgeordnete James Cartlidge warf Vance vor, die gebrachten Opfer der beiden Länder zu ignorieren, die nach dem 11. September in Afghanistan gekämpft hatten. Er verwies dem BBC-Bericht zufolge auf Artikel 5 der Nato, der besagt, dass die Mitglieder der Allianz einem angegriffenen Verbündeten zur Hilfe kommen. Er fügte hinzu: „Großbritannien und Frankreich kamen ihnen zu Hilfe, Tausende von Soldaten wurden nach Afghanistan entsandt, darunter zahlreiche ehemalige und aktuelle Parlamentskollegen. Es ist zutiefst respektlos, solche Dienste und Opfer zu ignorieren.“

Mehr als 150.000 britische Soldaten hätten in Afghanistan gedient, die letzten Truppen wurden 2021 abgezogen. Empörte Vertreter der britischen Soldaten wiesen laut britischen Medien darauf hin, dass 636 britische Soldaten in Afghanistan und im Irak starben.

„JD Vance löscht die Hunderte britischer Soldaten aus der Geschichte“

Nigel Farage, Vorsitzender der britischen Partei Reform UK, sagte demnach, Vance habe „falsch“ gehandelt und fügte hinzu, dass Großbritannien in Afghanistan 20 Jahre lang „zu Amerika gestanden“ habe. Helen Maguire, Verteidigungssprecherin der Liberaldemokraten und ehemalige Hauptfrau der Royal Military Police, die im Irak diente, forderte den britischen Botschafter in den USA auf, Vance aufzufordern, sich für die Kommentare zu entschuldigen.

„JD Vance löscht die Hunderte britischer Soldaten aus der Geschichte, die im Irak und in Afghanistan ihr Leben verloren haben“, sagte Maguire und fügte hinzu: „Ich habe aus erster Hand gesehen, wie amerikanische und britische Soldaten Schulter an Schulter tapfer zusammen gekämpft haben. Sechs Soldaten meines eigenen Regiments, der Royal Military Police, sind nicht aus dem Irak nach Hause zurückgekehrt. Dies ist ein finsterer Versuch, diese Realität zu leugnen.“

US-Vizepräsident rudert zurück

Der konservative Abgeordnete Ben Obese-Jecty, ein ehemaliger britischer Offizier, der im Irak und in Afghanistan kämpfte, sagte: „Die Respektlosigkeit des neuen US-Vizepräsidenten gegenüber den Opfern unserer Soldaten ist inakzeptabel.“ Nachdem Vance seine Kommentare in den sozialen Medien verteidigt hatte, sagte Obese-Jecty in der Sendung „Politics Live“ von BBC Two: „Es ist schwer zu erkennen, von wem er sprach, wenn er nicht von Großbritannien und Frankreich sprach.“ Er forderte den Vizepräsidenten auf, klarzustellen, welche Länder er meinte, und sich zu entschuldigen. Er fügte hinzu, dass Vance „wirklich Anstoß erregt“ habe.

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Nach den Reaktionen ruderte Vance zurück und behauptete, er habe seine Spitze nicht auf Großbritannien oder Frankreich bezogen. Tatsächlich hatte Starmer in einem früheren Statement gesagt, dass sich auch eine „Anzahl von Ländern“ bereit erklärt habe, Truppen zu entsenden. „Ich erwähne in dem Clip nicht einmal Großbritannien oder Frankreich, die beide in den letzten 20 Jahren und darüber hinaus tapfer an der Seite der USA gekämpft haben“, teilte Vance in einem Beitrag auf X mit. Vance meinte zudem, die Behauptungen, er würde mit seinen Aussagen das Militär in Großbritannien und Frankreich gemeint haben, seien„absurd unehrlich“. Er versäumte es allerdings, klarzustellen, auf welche Länder er sich bezogen hatte.

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