Der frühere Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und sein Ehemann sind Eltern geworden. Auf Instagram teilte Spahns Mann, Daniel Funke in einem Beitrag mit: „We Are Family“. Das Kind soll von einer Leihmutter geboren worden sein.
Neben Glückwünschen für die jungen Eltern, darunter von Bundestagspräsidentin und Parteikollegin Julia Klöckner, gibt es jedoch auch Kritik. Spahn hatte sich in den vergangenen Jahren selbst kritisch zur Leihmutterschaft geäußert.
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Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten
Im Jahr 2015 schrieb Spahn in einem Gastbeitrag für das Magazin GQ: „Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden“. Weiter fügte er hinzu: „Zu akzeptieren, dass ich nicht auf natürlichem Weg Vater werde, verlangt ein großes Maß an Demut. Ob ich das aufbringen kann, weiß ich nicht.“
Im Jahr 2021 sagte der CDU-Politiker in der ntv-Sendung „Pinar Atalay“, bisher habe sich sein Kinderwunsch nicht erfüllt. Damals fügte er hinzu: „Jetzt sind die Voraussetzungen bei uns sowieso noch etwas schwieriger, um den zu erfüllen.“
In Deutschland ist Leihmutterschaft verboten. Auch eine Eizellenspende ist nicht erlaubt. Mediziner können sich strafbar machen, wenn sie eine Eizelle zu einem anderen Zweck künstlich befruchten, als eine Schwangerschaft der Frau herbeizuführen, von der die Eizelle stammt. Verträge über eine Leihmutterschaft gelten hierzulande zivilrechtlich als „sittenwidrig“ und sind damit wirkungslos. Die rechtliche Mutter ist immer die Frau, die das Kind geboren hat. Eine Gesetzesänderung ist nicht in Sicht.
Zuletzt gab es in Deutschland eine Debatte über Leihmutterschaft, als bekannt wurde, dass der Virologe und CDU-Bundestagsabgeordnete Hendrik Streeck und sein Ehemann Paul Zubeil Eltern wurden. Auch das Kind dieses Paars soll von einer Leihmuter in den USA geboren worden sein.
In den USA ist Leihmutterschaft nicht bundesstaatlich geregelt, sondern jeweils auf Ebene der Bundesstaaten. Eine Elternschaft muss in Deutschland nachträglich rechtlich anerkannt werden.
In einem Beschluss des CDU-Parteitags im Februar dieses Jahres hieß es: „Angesichts ethischer, rechtlicher und praktischer Bedenken gegenüber Leihmutterschaft bekräftigt die CDU Deutschlands ihre Forderung, Leihmutterschaft – auch in altruistischen Modellen – in Deutschland weiterhin zu verbieten, um Missbrauch, Ausbeutung und gesundheitliche Risiken zu verhindern.“
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