Politiker

Jens Spahn und Ehemann sind Eltern geworden: Neue Debatte um Leihmutterschaft

Der CDU-Politiker ist erstmals Vater geworden, das Kind kam durch eine Leihmutter zur Welt. Spahn selbst hatte sich dazu vor Jahren noch kritisch geäußert.

3 Min
Jens Spahn (r,CDU) und sein Mann Daniel Funke sind Eltern geworden.

Jens Spahn (r,CDU) und sein Mann Daniel Funke sind Eltern geworden.

© Annette Riedl/dpa

Der frühere Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und sein Ehemann sind Eltern geworden. Auf Instagram teilte Spahns Mann, Daniel Funke in einem Beitrag mit: „We Are Family“. Das Kind soll von einer Leihmutter geboren worden sein.

Neben Glückwünschen für die jungen Eltern, darunter von Bundestagspräsidentin und Parteikollegin Julia Klöckner, gibt es jedoch auch Kritik. Spahn hatte sich in den vergangenen Jahren selbst kritisch zur Leihmutterschaft geäußert.

Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten

Im Jahr 2015 schrieb Spahn in einem Gastbeitrag für das Magazin GQ: „Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden“. Weiter fügte er hinzu: „Zu akzeptieren, dass ich nicht auf natürlichem Weg Vater werde, verlangt ein großes Maß an Demut. Ob ich das aufbringen kann, weiß ich nicht.“

Im Jahr 2021 sagte der CDU-Politiker in der ntv-Sendung „Pinar Atalay“, bisher habe sich sein Kinderwunsch nicht erfüllt. Damals fügte er hinzu: „Jetzt sind die Voraussetzungen bei uns sowieso noch etwas schwieriger, um den zu erfüllen.“

In Deutschland ist Leihmutterschaft verboten. Auch eine Eizellenspende ist nicht erlaubt. Mediziner können sich strafbar machen, wenn sie eine Eizelle zu einem anderen Zweck künstlich befruchten, als eine Schwangerschaft der Frau herbeizuführen, von der die Eizelle stammt. Verträge über eine Leihmutterschaft gelten hierzulande zivilrechtlich als „sittenwidrig“ und sind damit wirkungslos. Die rechtliche Mutter ist immer die Frau, die das Kind geboren hat. Eine Gesetzesänderung ist nicht in Sicht.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Zuletzt gab es in Deutschland eine Debatte über Leihmutterschaft, als bekannt wurde, dass der Virologe und CDU-Bundestagsabgeordnete Hendrik Streeck und sein Ehemann Paul Zubeil Eltern wurden. Auch das Kind dieses Paars soll von einer Leihmuter in den USA geboren worden sein.

In den USA ist Leihmutterschaft nicht bundesstaatlich geregelt, sondern jeweils auf Ebene der Bundesstaaten. Eine Elternschaft muss in Deutschland nachträglich rechtlich anerkannt werden.

In einem Beschluss des CDU-Parteitags im Februar dieses Jahres hieß es: „Angesichts ethischer, rechtlicher und praktischer Bedenken gegenüber Leihmutterschaft bekräftigt die CDU Deutschlands ihre Forderung, Leihmutterschaft – auch in altruistischen Modellen – in Deutschland weiterhin zu verbieten, um Missbrauch, Ausbeutung und gesundheitliche Risiken zu verhindern.“

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner