Pressefreiheit

Journalist Francisco Leyva erschossen – Bundesermittler ziehen den Fall an sich

Der vor seinem Haus erschossene Reporter schrieb über Korruption und öffentliche Sicherheit. Leyva ist der siebte in Mexiko in diesem Jahr getötete Journalist.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Forensiker untersuchen den Tatort, an dem der Journalist Francisco Alejandro Leyva Aguilar in San Pablo Etla erschossen wurde.

Forensiker untersuchen den Tatort, an dem der Journalist Francisco Alejandro Leyva Aguilar in San Pablo Etla erschossen wurde.

© Virgilio Luis/AFP

Die mexikanische Bundesstaatsanwaltschaft (FGR) hat die Ermittlungen zum Mord an dem Journalisten Francisco Alejandro Leyva Aguilar übernommen. Das teilte die Behörde am Donnerstag mit. Zuständig ist nach Angaben der FGR die auf Menschenrechte spezialisierte Sonderstaatsanwaltschaft.

Leyva war nach Angaben der Bundesstaatsanwaltschaft am Mittwochmorgen in der Gemeinde San Pablo Etla im südmexikanischen Bundesstaat Oaxaca durch drei Schüsse getötet worden, während er an einem Essensstand vor seinem Haus frühstückte. Die Täter flohen den Ermittlern zufolge auf einem Motorrad, das später im benachbarten San Lorenzo Cacaotepec sichergestellt wurde. Ein zunächst festgenommener Verdächtiger kam wieder frei.

Gouverneur räumt Kritik durch Getöteten ein

Oaxacas Gouverneur Salomón Jara verurteilte die Tat und bezeichnete Leyva in einer Mitteilung in sozialen Medien ausdrücklich als Kritiker seiner Regierung. Keine Meinungsverschiedenheit über journalistische Arbeit könne jemals einen Gewaltakt rechtfertigen, erklärte Jara. Er habe die Staatsanwaltschaft von Oaxaca angewiesen, mit der Bundesebene zusammenzuarbeiten.

Nach Angaben der Tageszeitung El Universal Oaxaca hatte Leyva im Juli 2025 eine Beschwerde bei der Menschenrechtsstelle des Bundesstaates sowie eine Strafanzeige bei der FGR gegen Jara, den Rechtsberater der Landesregierung und Romero López eingereicht. Die FGR erklärte sich damals für nicht zuständig.

Journalistenverbände fordern Prüfung der Recherchen

Vor dem Regierungssitz in Oaxaca forderten Journalisten- und Menschenrechtsorganisationen laut der Tageszeitung La Jornada eine gründliche Untersuchung. Humberto Cruz vom Nationalen Journalistenforum sagte, der Mord an einem Reporter solle „auch andere einschüchtern“. Die Ermittler müssten Leyvas Kolumne „El Zumbido del Moscardón“, in der er Korruption und Fragen der öffentlichen Sicherheit thematisiert hatte, als mögliches Motiv für den Anschlag auf ihn prüfen.

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Nach Angaben der Internationalen Journalisten-Föderation (IFJ) ist Leyva der siebte in Mexiko getötete Journalist im laufenden Jahr 2026 und der vierte in den vergangenen zwei Monaten. Der 58-Jährige war früher Direktor der Rundfunkanstalt CORTV und wurde 2024 mit dem nationalen Journalismuspreis Ricardo Flores Magón ausgezeichnet. Bereits im vergangenen Jahr hatte er öffentlich gemacht, dass er wegen seiner Veröffentlichungen bedroht worden war.

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