Jüngster Gesundheitsbericht registriert zahlreiche Mängel und schlechte Wasserqualität

Landkreis fordert zur besseren Pflege der Badestellen auf

Jürgen Schwenkenbecher
3 Min

Die Gesundheitsbehörden des Landkreises Dahme-Spreewald haben an die Gemeinden appelliert, sich in diesem Jahr mehr um die Badestellen in der Region zu kümmern. Anlaß für die ungewöhnliche Aufforderung im Winter ist der neueste Kreis-Gesundheitsbericht, der jetzt veröffentlicht wurde. Darin wird einem Großteil der Badestellen unter anderem mangelnde Hygiene bescheinigt. "Ordnung und Sauberkeit waren oft zu beanstanden", sagte die Gesundheitsdezernentin des Dahme-Spreewald-Kreises, Sylvia Lehmann. Beurteilt wurden 58 Badestellen, die zu einem großen Teil von den Ämtern und Gemeinden benannt worden waren. Der Bericht, der sich allerdings auf Untersuchungen aus dem Jahre 1997 stützt, listet eine Reihe von Badestellen auf, an denen zum Teil gravierende Mängel festgestellt wurden. Genannt wurden in diesem Zusammenhang die Badestellen Eichwalde, Krummensee, Tonsee, Klein Köris und am Oderiner See. "Abfallbehälter fehlten hier meist oder wurden nicht ausreichend entleert", sagte die Gesundheitsdezernentin. Den betriebenen Badestellen wie den Strandbädern Neue Mühle und Miersdorf, am Schweriner und am Motzener See attestierten die Tester der Behörde dagegen eine gute Sauberkeit. Ein weiteres Problem sind fehlende oder unzureichende sanitäre Anlagen. Zwar verfügten fast alle Badestellen über Toiletten. Diese seien aber zum Teil nicht nutzbar, abgeschlossen oder befänden sich auf angrenzenden Campingplätzen oder in Gaststätten, geht aus dem Bericht hervor. Spielgeräte, Rettungsgeräte, Badeaufsichten, gastronomische Einrichtungen sowie ausreichende Parkmöglichkeiten seien die Ausnahme.Nach Angaben der stellvertretenden Amtsärztin Marion Kunzelmann, die an der Untersuchung beteiligt war, ist der mangelhafte Zustand nicht neu. "Im Vergleich zum Vorjahr hat sich im großen und ganzen nichts geändert", sagte sie. Einfluß auf die Situation können die Behörden aber nur beschränkt nehmen: "Die Zuständigkeiten sind oft nicht klar geregelt", so Gesundheitsdezernentin Lehmann.Einschränkungen stellten Wissenschaftler auch bei der Wasserqualität fest, nachdem sie über die Saison verteilt an den Badestellen insgesamt 355 Proben entnommen hatten. 90 Prozent erreichten nicht den Richtwert für die Sichttiefe von zwei Metern, bei fast jeder zweiten Analyse konnte nicht einmal der Grenzwert von einem Meter gemessen werden. An 16 Badestellen lag die Sichttiefe in der gesamten Badezeit unter einem Meter. Nur am Campingplatz Kiessee Bestensee, am Kiessee II Bestensee, am Freudenthaler Tonsee und am Tonsee bei Körbiskrug wurden konstant mehr als zwei Meter festgestellt. Als Ursachen für die Trübung nennen die Wissenschaftler neben geologischen Gegebenheiten und regem Bootsverkehr vor allem das Wachstum von Blaualgen, das bei höheren Temperaturen zunimmt. Kurzfristig könne dagegen nichts getan werden, sagte Lehmann. "Hier bedarf es einer langfristigen Gewässersanierung." Für die zeitweilige Überschreitung mikrobiologischer Grenzwerte mit coliformen Bakterien machten die Wissenschaftler die hohen Temperaturen im Sommer 1997, Schmutzwasser aus Fahrgastschiffen sowie die Badenden selbst verantwortlich.Eine gute Nachricht indes konnte der Bericht doch noch vermelden. Von jeder Badestelle wurden zwei Proben auf Phosphor- und Stickstoffverbindungen untersucht sowie der ph-Wert und die Oxidierbarkeit bestimmt. Gesundheitsdezernentin Lehmann: "Beanstandungen gab es nicht."

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