BERLIN, 4. Dezember. Die Sportvereine im ehemaligen Ostberlin blicken sorgenvoll ins neue Jahr: Das Land wird 1999 erneut seine Zuschüsse für die Jugendarbeit im Sport kürzen, einigen Trainern droht die Arbeitslosigkeit, manchem Freizeitangebot das Ende.Konkret geht es um das Jugendtrainerprogramm von Senat und Landessportbund (LSB). Es war 1993 initiiert worden, um die ebenso sinnvolle wie flächendeckende Jugendarbeit der Ostklubs zu sichern. Dort hatten viele hauptberuflich angestellte Trainer auch Breitensportaktivitäten betreut; mit der Wende aber war die Finanzierung weggebrochen. Deshalb stellte das Land 1993 2,9 Millionen Mark bereit und bezahlte über den LSB 127 Trainer mit dem Hinweis, daß die Zuschüsse jährlich geringer würden, damit sich die Vereine um Sponsoren bemühen oder ihre Beiträge auf Weststandard erhöhen.Von 1999 an wird Berlin, mit Verweis auf knappe Kassen, nur noch 40 Prozent der Lohnkosten übernehmen. Nun protestieren die Vereine: Bei 60 Prozent Eigenfinanzierung seien Vollzeit-Trainer kaum noch bezahlbar, zumal "wir im Osten mit den Mitgliedsbeiträgen an der Grenze der Sozialverträglichkeit sind", sagt SCB-Geschäftsführer Rainer Hägeholz, "und Sponsoren stehen auch nicht Schlange."Zwar sind beim LSB mehr Anträge auf Unterstützung eingegangen als im Vorjahr, doch handelt es sich dabei häufiger als bisher nur noch um Halbzeitstellen. Einige Vereine können ihre geförderten Trainer gar nicht weiterbeschäftigen, beim SC Berlin trifft es zwei von sechs sie melden sich 1999 arbeitslos, Freizeitangeboten im Bereich Rudern und Fechten droht somit das Ende.
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