Nachwuchssorgen

Junge Deutsche wollen weniger Kinder: Das sind die Gründe

Neben dem Sinken der Geburtenrate in Deutschland schwindet inzwischen auch der Wunsch, Kinder zu bekommen. Eine Studie nennt die Ursachen.

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Zukunftsängste wirken sich auch auf den Kinderwunsch aus.

Zukunftsängste wirken sich auch auf den Kinderwunsch aus.

© Hendrik Schmidt/dpa

Junge Menschen in Deutschland wollen weniger Kinder als noch vor wenigen Jahren. Das geht aus einer Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden hervor. Während 18- bis 39-Jährige zwischen 2021 und 2024 im Schnitt noch 1,8 Kinder wünschten, sank der Wert 2025 auf 1,7 Kinder bei Frauen und 1,6 Kinder bei Männern.

Die Forscher sehen einen Zusammenhang zwischen dem Rückgang und den aktuellen multiplen Krisen. Zukunftssorgen resultierten vor allem aus Kriegen, der Klimaerwärmung sowie Ängsten vor einer geschwächten Demokratie, heißt es in der Studie.

Tatsächliche Geburtenzahlen sinken

Auch die tatsächlichen Geburtenzahlen sinken: Europaweit fiel die Geburtenrate von 1,53 Kindern pro Frau im Jahr 2021 auf 1,34 im Jahr 2024. In Deutschland lag der Wert 2025 bei 1,32 Kindern, die eine Frau im Durchschnitt während ihres Lebens zur Welt bringt.

Martin Bujard, Mitautor der Studie und stellvertretender Direktor des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung, verwies darauf, dass es auch in früheren Jahren Krisen gegeben habe, ohne dass der Kinderwunsch gesunken sei. Aktuell träten jedoch mehrere Krisen gleichzeitig auf, die zudem durch die mediale Verbreitung stärker wahrgenommen würden.

Wohnen und Arbeit als Stellschrauben

Positiv bewerten junge Menschen regionale Angebote wie Erholungsmöglichkeiten in der Natur sowie Kitas. Weniger zufrieden sind sie dagegen mit dem Wohnungsangebot und den Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten. Da die Zufriedenheit in diesen Bereichen direkt die Absicht beeinflusst, in naher Zukunft ein Kind zu bekommen, empfehlen die Wissenschaftler der Politik, für Sicherheit zu sorgen: durch bezahlbare Wohnungen, verlässliche Kinderbetreuung und sichere Arbeitsplätze.

Grundlage der Untersuchung sind die repräsentativen Daten der familiendemografischen Studie „Family Research and Demographic Analysis“ (FReDA), für die 30.000 Menschen zwischen 18 und 49 Jahren befragt wurden.

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