Es ist 7.15 Uhr, der Wecker hat längst geklingelt, seit 30 Minuten leuchtet das Licht im Bad. Drinnen: mein 13-jähriger Sohn. Vor dem Spiegel. Wie jeden Morgen. Ich klopfe, frage vorsichtig, ob ich auch mal dürfte. Ein genervtes „Gleich!“ dringt durch die Tür. Als ich endlich eintreten darf, liegt eine heftige Duftnote aus Deodorant, Haarwachs und irgendeiner Pflegecreme in der Luft. Mein Sohn hat dieses Terrain – unser Badezimmer – regelrecht für sich erobert: Auf den Ablagen stapeln sich seine Tuben und Fläschchen, und wöchentlich kommen neue dazu. Dem Drogeriemarkt direkt nebenan sei Dank. Es wird geduscht, gecremt, gestylt, was Technik und Pflegeprodukte hergeben. Das Haar liegt nach einer 15-minütigen Föhnaktion – natürlich mit Diffuser – millimetergenau. Dann darf Mama vor den Spiegel – fünf Minuten bleiben mir, bevor ich zur Arbeit muss.
Männlichkeitsforschung
Männer im Spagat: Zwischen Erfolg, Gefühl und Schönheitsideal
Junge Männer stehen heute unter doppeltem Druck. Alte Männlichkeitsbilder passen nicht mehr, neue sind noch nicht gefunden. Doch was passiert, wenn Verunsicherung zu gefährlichen Trends führt?
14 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
Karriere: Netzwerke, Loyalitäten und Beziehungen spielen oft eine zentrale Rolle. Frauen sind in diesem System häufig außen vor.
© Uros Pajovic/Ostdeutsche Allgemeine
Werden Sie Teil des Ostablishments.
Sie haben bereits ein O+ Abo?
*