Islamunterricht an Berlins Schulen könnte junge Menschen vor Radikalisierung bewahren – das findet zumindest der Regierende Bürgermeister. Nach dem islamistisch motivierten Terroranschlag vom Wochenende, bei dem eine Frau getötet und 31 weitere Menschen teils schwer verletzt wurden, hat sich Kai Wegner (CDU) klar positioniert.
Seine Kernidee: Wer Religion an der staatlichen Schule lernt, gerät seltener an gefährliche Prediger. Was Wegner konkret vorschlägt und warum die Umsetzung stockt.
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Warum Wegner den Islamunterricht für einen Schutzschild hält
Kai Wegner sieht im staatlichen Religionsunterricht ein Mittel gegen Radikalisierung. „Es gibt immer wieder Jugendliche, die durch radikal religiöse Kontakte in sogenannten Hinterhofmoscheen radikalisiert werden“, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.
Sein Argument: Findet Islamunterricht an der Schule statt, unterliegt er staatlicher Kontrolle. Genau darin liegt für Wegner der entscheidende Unterschied. „Religionsunterricht an staatlichen Schulen könnte einen großen Teil dazu beitragen, Jugendliche vor solchen Beeinflussungen zu schützen“, so der Regierende Bürgermeister.
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Wichtig ist ihm dabei eine Klarstellung: Nicht alle Moscheen stehen unter Verdacht. „Auf diese Weise könnten wir Radikalisierungstendenzen entgegenwirken, die es in einigen wenigen, nicht in allen Moscheen in Berlin gibt“, betonte Wegner.
Kontrolle statt Verbot – und Verbot zugleich
Wegner setzt nicht allein auf Prävention. Parallel zum Islamunterricht will er den Druck auf problematische Gemeinden erhöhen.
„Gleichzeitig müssen wir den Druck und die Kontrolle auf radikale Moscheen erhöhen, mit dem Ziel sie zu verbieten“, sagte er. Der staatliche Unterricht und das harte Vorgehen gegen radikale Strukturen sollen also Hand in Hand gehen.
Die Idee ist eingebettet in ein größeres CDU-Konzept gegen islamistischen Terror. Der Islamunterricht soll dort unter staatlicher Aufsicht laufen – im Rahmen eines wiedereingeführten Wahlpflichtfachs Religion.
Der Haken: Das Fach existiert nur auf dem Papier
CDU und SPD hatten bereits 2023 in ihrem Koalitionsvertrag ein Wahlpflichtfach Weltanschauungen/Religionen vereinbart. Das Fach wurde bisher jedoch nicht eingeführt.
Aktuell gilt in Berlin: Die Teilnahme am Religionsunterricht ist freiwillig. Ein verpflichtender Rahmen, in dem der Islamunterricht seine schützende Wirkung entfalten könnte, fehlt damit bislang komplett.
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