Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) nun doch grünes Licht für die sogenannte „Kaffeewette“ gegeben. Er wünschte den Bezirken für die kommenden Tage „viel Erfolg mit Ihrer Kaffeewette“, wie aus einer Mail hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuvor hieß es, dass die Senatskanzlei die „Kaffeewette“ untersagt hatte.
Wie das Bezirksamt Neukölln mitteilte, informierte die Senatskanzlei die betroffenen elf Bezirke darüber, dass nach der Entscheidung des Regierenden Bürgermeisters der Verdacht auf Käuflichkeit oder Bestechlichkeit bestünde. Die Entscheidung war demnach im Rahmen der Bezirksaufsicht über die Bezirksbürgermeisterinnen und Bezirksbürgermeister erfolgt.
Die „Kaffeewette“ besteht seit 2019 und war in Neukölln ins Leben gerufen worden. Bürgerinnen und Bürger sind dazu aufgerufen, Kaffee für die Kältehilfe zu spenden. Ziel ist es, möglichst viel Kaffee für die Einrichtungen der Kältehilfe in ihrem Bezirk zu sammeln, damit eine große Geldspende dazukommt. In diesem Jahr beteiligen sich erstmals elf Bezirke.
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Jeder Bezirk, der es schafft, mindestens 500 Kaffeepäckchen zu sammeln, erhält von Herrn Michael Lind oder seinen Aktionspartnern Ralf Oelmann, Hasan Ilter und Mike Baer je 2500 Euro zusätzlich für die Kältehilfe im jeweiligen Bezirk. Die Aktion sollte am Montag, den 19. Januar starten.
Im Bezirk Tempelhof-Schöneberg gaben Bürger im vergangenen Jahr 1666 Kaffeepakete ab. Einzelhändler Oelmann spendete seinen Wetteinsatz von 2500 Euro an die Kältehilfen in dem Bezirk.
Hikel kritisierte das zuvor ausgesprochene Verbot scharf: „Der Regierende Bürgermeister schlägt seinen Bürgerinnen und Bürgern und den engagierten Unternehmerinnen und Unternehmern seiner Stadt mitten ins Gesicht.“ Wegner verunsichere damit Unternehmer, die sich für das Gemeinwohl engagieren wollen, und treffe vor allem die Menschen, die am meisten auf Hilfe angewiesen seien.
Kritik an Wegner: Unternehmer unter „Generalverdacht“
Der Verdacht der Vorteilnahme habe „keine Sekunde“ bestanden, so Hikel weiter. „Alleine der Vorwurf einer Vorteilnahme ist schon absurd. Er verletzt nicht nur die persönliche Ehre der Spender, sondern stellt sämtliche engagierten Unternehmerinnen und Unternehmer unserer Stadt unter Generalverdacht.“ Weiter merkte Hikel an: „Spenden für das Hoffest des Regierenden Bürgermeisters sind möglich – aber nicht für die Obdachlosen in Berlin.“
Auch die Reinickendorfer Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner (CDU) kritisierte den Regierenden Bürgermeister. Mit den im Vorjahr mehr als 3000 gesammelten Kaffeepaketen habe die Kältehilfe in Reinickendorf ihren Jahresbedarf 2025 komplett abdecken können, wie die Reinickendorfer Allgemeine Zeitung (RAZ) berichtete.
Demirbüken-Wegner sagte weiter: „Michael Lind, Träger des Reinickendorfer Ehrenamtspreises, engagiert sich seit Jahren uneigennützig für die Schwächsten in unserer Gesellschaft. Ein so honoriger Unternehmer hat es verdient, gegen üble Verdächtigungen von Korruption und Vorteilsnahme verteidigt zu werden.“ Sie rief den Bezirk dazu auf, vereint darauf zu antworten. „Es geht um die Obdachlosen, die unsere Hilfe dringend benötigen.“
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