Abgeordnetenhauswahl

Kai Wegner will den „Normalberliner“ umwerben

Der CDU-Landesvorsitzende kündigte am Freitag seine Spitzenkandidatur für die Abgeordnetenhauswahl an.

Christine Dankbar
Christine Dankbar
2 Min
Symbolträchtig mit Rotem Rathaus im Hintergrund: Der CDU-Vorsitzende Kai Wegner will Regierender Bürgermeister werden.

Symbolträchtig mit Rotem Rathaus im Hintergrund: Der CDU-Vorsitzende Kai Wegner will Regierender Bürgermeister werden.

© Christoph Soeder/dpa

Um das zu schaffen, will er sich in erster Linie um die „ganz normalen“ Berliner kümmern und ansonsten vor allem versöhnen: Die Vermieter mit den Mietern, die Innenstadtbewohner mit den Berlinern am Stadtrand, die Radler mit den Autofahrern. Dazu solle es einen neuen Politikstil in der Stadt geben: „Ich will einen Dialog auf Augenhöhe mit der Stadtgesellschaft führen, auch mit den Enttäuschten“, sagte Wegner. Von denen gibt es seiner Meinung nach viel zu viele, die bei der Politik des rot-rot-grünen Senats auf der Strecke geblieben sind. Dieser habe sich das gute Regieren auf die Fahnen geschrieben, das Ziel aber nicht annähernd umgesetzt und vor allem die Mitte der Gesellschaft aus den Augen verloren.

Er kündigte für den Fall seiner Wahl als erste Amtshandlung an, einen runden Tisch für bezahlbares Wohnen einzuberufen. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit soll die Sicherheit in der Stadt sein. Regeln sollten demnächst nicht nur auf dem Papier gelten, sondern auch aktiv durchgesetzt werden. Als Beispiel für das Versagen des Senats nannte Wegner die Situation der Stadt in der Corona-Pandemie: „Ganz Deutschland schüttelt den Kopf über uns, weil ein paar Egoisten machen dürfen, was sie wollen.“

Auch in Sachen Verkehr will sich Wegner vom rot-rot-grünen Senat absetzen. Natürlich brauche man die Verkehrswende und mehr Radwege, sagte er. Aber es gebe genug Menschen, vor allem außerhalb des S-Bahn-Rings, die auf das Auto angewiesen seien. Um die Menschen dazu zu bringen, auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen, brauche es Anreize und keine Bevormundung.

Nach der jüngsten Umfrage von Infratest dimap liegt die CDU mit 22 Prozent auf dem zweiten Platz hinter den Grünen, die mit 26 Prozent derzeit die stärkste politische Kraft ist. Die SPD steht derzeit bei 15 Prozent. Um die Landesregierung stellen zu können, müsste Wegner – falls die CDU an den Grünen vorbeiziehen kann – mit einer der beiden Parteien koalieren. Er vermied daher direkte Attacken. Kategorisch schloss er eine Zusammenarbeit mit der AfD und der Linken aus.

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