Auf der Heimfahrt in der Wahlnacht in Washington fragt der Taxifahrer: „Und, wie ist es ausgegangen?“ Trump hat gewonnen, das weiß man mittlerweile sicher. „Ah, das ist gut! Sehr gut!“, freut er sich. Er kommt aus Äthiopien, lebt seit neun Jahren im Land und ist amerikanischer Staatsbürger. Er selbst hat Trump gewählt. Aber warum? „Er sagt, dass er Amerika wieder großartig machen möchte. Das ist doch gut, das reicht mir.“ Er erzählt, dass alle seiner Fahrgäste bisher aufgebracht gewesen seien, weil es seit der Veröffentlichung der ersten Wahlergebnisse immer schlechter aussah für Kamala Harris. Die Wahrscheinlichkeit, in Washington auf Harris-Anhänger zu treffen, ist sehr groß. Stand heute hat die Demokratin im Bundesdistrikt mehr als 90 Prozent der Stimmen geholt. Wer seine Zeit vor der Wahl hauptsächlich dort verbrachte, wird also Schwierigkeiten gehabt haben, einen Erdrutschsieg zu prognostizieren, wie ihn Trump und die Republikaner letztendlich einfuhren.
US-Wahl
Liebling deutscher Medien: Kamala Harris gelang kein einziger Moment, der in Erinnerung bleiben wird
Trumps Sieg ist durchschlagend und wird den Umbau Amerikas zur Folge haben. Wie konnten deutsche Medien mit ihren Prognosen so danebenliegen? Die Analyse.
6 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
Die Enttäuschung ist noch frisch: Demokratinnen an der Howard-Universität am Mittwoch. Kamala Harris gestand hier in einer Rede ihre Niederlage ein.
© Madeleine Kelly/Imago
Werden Sie Teil des Ostablishments.
Sie haben bereits ein O+ Abo?
*