Die Umweltbehörde MPCA des US-Bundesstaates Minnesota hat ihre Warnung vor schlechter Luftqualität wegen dichten Waldbrandrauchs bis Montagvormittag verlängert. Im Nordosten Minnesotas erwartet die Behörde laut einer Mitteilung vom Freitag Werte in der höchsten Stufe der US-Luftqualitätsskala. Auf dieser drohten für alle Bevölkerungsgruppen gesundheitliche Schäden. Die MPCA rief die Bevölkerung dort auf, Aktivitäten im Freien zu meiden und in Innenräumen zu bleiben.
Für das Wochenende erwartet die Behörde, dass zusätzlicher Rauch aus Kanada nach Süden zieht. Möglicherweise müsse die Warnung dann auf den Osten und Südosten Minnesotas ausgeweitet werden, hieß es.
Feuer in Ontario nicht unter Kontrolle
Auslöser sind zahlreiche Waldbrände im kanadischen Ontario sowie im Naturschutzgebiet Boundary Waters Canoe Area Wilderness in Minnesota, das US-Behörden für Besucher gesperrt haben. Nach Angaben von Ontarios Premier Doug Ford brennen allein im Norden der Provinz rund 190 Feuer. Die Siedlung der indigenen Gemeinschaft Namaygoosisagagun wurde zerstört, zehn Gemeinden im Norden Ontarios geräumt.
Der Rauch hat sich über die Großen Seen bis an die Ostküste ausgebreitet. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, waren am Freitag Millionen Menschen im Mittleren Westen, im Nordosten und an der Mittelatlantikküste betroffen. In Washington verhüllte ein oranger Dunst das Washington Monument und das Lincoln Memorial.
Das Baseballspiel der Cleveland Guardians gegen die Pittsburgh Pirates in Ohio wurde wegen der schlechten Luftqualität verschoben. Nach Angaben des Messdienstes IQAir registrierten Detroit und Chicago zeitweise die weltweit schlechtesten Werte.
Bob Oravec, leitender Meteorologe des US-Wetterdienstes NWS, sagte AP, die Rauchquelle werde voraussichtlich noch mindestens eine Woche bestehen. Gewitter im Nordosten könnten am Samstag vorübergehend Entlastung bringen.
Trump gibt Kanada die Schuld
US-Präsident Donald Trump machte in einem Beitrag im Onlinedienst Truth Social Kanadas Waldbewirtschaftung für die Rauchentwicklung verantwortlich und drohte mit zusätzlichen Zöllen. Die kanadische Regierung äußerte sich zunächst nicht.
Ontarios Premier Ford verwies darauf, dass Kanada in der Vergangenheit US-Bundesstaaten bei der Brandbekämpfung unterstützt habe. Nach Angaben des katarischen Senders Al Jazeera sind in Kanada seit Jahresbeginn rund 2,8 Millionen Hektar Fläche verbrannt.
Fifa beobachtet Lage vor WM-Finale
Ob der Rauch das WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien am Sonntag im MetLife Stadium in East Rutherford im US-Bundesstaat New Jersey beeinträchtigt, war am Freitag noch unklar. Zu dem Spiel im offenen Stadion werden rund 80.000 Zuschauer erwartet, das erwartete weltweite Fernsehpublikum beziffert der britische Guardian auf 1,6 Milliarden.
Andrew Giuliani, Leiter der WM-Arbeitsgruppe im Weißen Haus, sagte, ein Vertreter des Wetterdienstes arbeite in der Fifa-Zentrale mit und beobachte die Lage. Fifa-Offizielle hoffen laut Guardian auf den für Samstag vorhergesagten Regen, der den Rauch vertreiben soll.
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