Seit Freitag hat der deutsche Fußball wieder einen Chef: Jürgen Klopp (59) wurde in Frankfurt als neuer Bundestrainer vorgestellt, Nachfolger von Julian Nagelsmann (39). Vertrag bis 2030, erster Arbeitstag am 15. August, erstes Länderspiel am 24. September gegen die Niederlande.
Und wer meldet sich, kaum ist die Pressekonferenz vorbei? Natürlich Lothar Matthäus (65). Deutschlands dienstältester Dauer-Experte hatte auch diesmal etwas zu sagen: erst ein Lob, dann ein „Aber“, so verlässlich wie das Amen in der Kirche.
Matthäus: „Klopp kann keinen Spieler erfinden“
Bei Sky fand der Rekordnationalspieler zunächst warme Worte. Nagelsmann habe „das eine oder andere Talent liegenlassen“, weil er auf Spieler mit Standing gesetzt habe, die zuletzt nicht mehr lieferten. Klopp werde genauer hinschauen.
Dann kam der Satz, für den Matthäus zugleich geliebt und belächelt wird: „Natürlich kann Klopp keine neuen Spieler erfinden.“ Eine Erkenntnis von seltener Wucht.
Klopp werde mit seinem Trainerteam aber „alle im Blick“ haben und daraus eine Mannschaft formen, „die uns wieder dahin führt, wo wir sie erwarten“.
Die Warnung: „Auch er wird an Ergebnissen gemessen“
Zu viel Euphorie will der 65-Jährige trotzdem nicht aufkommen lassen. Ausstrahlung, Titel, Charisma – für Matthäus ist das erst der Anfang.
„Jetzt kommt es darauf an, wie es umgesetzt wird“, sagte er. „Trotz seiner Ausstrahlung, seiner Persönlichkeit und seiner Erfolge wird auch er an Ergebnissen gemessen.“
Charisma füllt keine Trophäenschränke. Am Ende zählt, was hinten rauskommt.
Der Klopp-Vorteil gegenüber Nagelsmann
Einen klaren Pluspunkt sieht Matthäus im Alter. Klopp sei 20 Jahre älter als Nagelsmann und bringe entsprechend mehr Erfahrung mit. Seine größte Waffe? Die Kommunikation. Im Umgang mit den Spielern werde Klopp „das eine oder andere besser machen“ als sein Vorgänger.
Dann folgte der nächste Matthäus-Klassiker: „Aber auch er darf nur mit elf Mann spielen, die einen deutschen Pass haben.“ Auch das: schwer zu widerlegen.
Ruhe im Privatleben – anders als bei Nagelsmann
In einem Punkt ist sich Matthäus sicher: Klopp werde das Rampenlicht abseits des Platzes kürzer halten. „Nagelsmann hat sehr viel zugelassen, das wird Klopp nicht tun.“
Der neue Bundestrainer selbst hatte da schon vorgesorgt. Seine Ansage an die Medien: „Wenn ihr euch danebenbenehmt und meine Familie nicht in Ruhe lasst, bin ich weg.“
Man darf gespannt sein, wer zuerst nervös wird – die Gegner oder die Boulevardpresse.
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