Karin Schlick gewinnt den WM-Lauf der Amazonen

Die richtige Hymne, die falsche Reiterin

Karl-Heinz Bergmann
2 Min

BERLIN, 4. Mai. Das Wort Lückenfüllerin konnte Karin Schlick noch akzeptieren, als Lückenbüßerin dagegen sah sie sich nicht: "Was soll das für eine Buße sein, wenn dir die Zuschauer Beifall klatschen, wenn dich alle beglückwünschen und dir zu Ehren auch noch die Hymne deines Landes gespielt wird?", fragte die 39-Jährige und gab die Antwort gleich selbst: "Eine solche Buße ist ein wirklich wunderbares Geschenk." Die Galopprennbahn Hoppegarten erlebte am Sonnabendnachmittag das dritte von 22 Rennen der Weltmeisterschaftsserie der Amateurreiterinnen in Europa und den USA. Qualifiziert sind die jeweiligen Landes-Meisterinnen. Und weil in Hoppegarten nur acht Championessen angereist waren, wurde das Feld - wie international üblich - auf zwölf aufgefüllt. Und eine dieser Nachrückerinnen (ohne Anspruch auf WM-Punkte) sollte die Siegerin werden: Karin Schlick. Deutsche Meisterin nur ZehnteDie diplomierte Finanzbeamtin aus dem badischen Malsch ist alles andere als eine Unbekannte im Galoppsport. Zweimal schon, 1992 und 1999, hatte sie sich in die Liste der Weltmeisterinnen eintragen können. Nach einem wenig erfolgreichen Jahr 2002 (nur 3 Siege/insgesamt 148) allerdings hatte sie ans Aufhören gedacht. Und freute sich nun umso mehr: "Wie gut, dass ich es mir noch einmal anders überlegt habe." Mit dem zugelosten Wallach Argentum aus dem Stall des Hoppegartener Trainers Roland Dzubasz war sie als Außenseiterin (Quote 148:10) ins Rennen gegangen. Auf den Plätzen folgten die Französin Anne-Sophie Pacault auf Liberty und Kincfleur mit der englischen Reiterin Serena Brotherton. Die sich um WM-Punkte bewerbende deutsche Meisterin Julia Will aus Bremen ging als Zehnte leer aus. Im Hauptrennen der Profis, dem Frühjahrspreis der Dreijährigen (20 000 Euro), setzte sich vor 3 150 Zuschauern Ibisco (Gestüt Hof Iserneichen) mit Jockey Wiktor Schulepow vor Impetuoso (Gestüt Schlenderhan) unter Alessandro Schikora durch. Romualdo aus dem Hoppegartener Stall von Eckhart Gröschel wurde als Fünfter bester der in den neuen Bundesländer trainierten Galopper und mit einer Förderprämie von 6 000 Euro belohnt.

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