Kaschmir ist vor allem im Herbst und Winter ein sehr beliebter Stoff. Seine Pflege ist allerdings nicht ganz so einfach, wie man das gerne hätte. Man kennt es: Nach langem Zögern landet der neue Lieblingspullover – für den man immerhin ein kleines Vermögen investiert hat – schließlich doch in der Waschmaschine.
Nervös wartet man vor dem piependen Gerät, bis der Waschgang endlich beendet ist. Doch bereits der erste Blick in die Trommel lässt Böses erahnen. Die Befürchtung wird zur bitteren Gewissheit, sobald man das gute Stück in den Händen hält: Der edle Kaschmir-Pulli ist extrem eingelaufen und passt jetzt allenfalls noch dem dreijährigen Neffen.
Kaschmir: Ein Luxusgut aus dem fernen Osten
Strickwaren und allen voran Kaschmir sind Investment-Pieces: Sie bringen Luxus in den Alltag, verzeihen beim Waschen und Lagern aber kaum einen Fehler. Wer lange Freude an den edlen Fasern haben möchte, sollte ein paar goldene Regeln berücksichtigen.
Kaschmir stammt aus dem feinen Unterfell zentralasiatischer Ziegen – hauptsächlich aus China und der Mongolei.
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Der stolze Preis von Kaschmir ist das Resultat eines aufwendigen Prozesses: Bei der edlen Faser handelt es sich um das extrem feine Unterfell der Kaschmirziege, die vor allem in den rauen Hochlandregionen der Mongolei und Chinas heimisch ist.
Nur einmal im Jahr, während des Fellsortierens im Frühjahr, wird die feine Wolle behutsam ausgebürstet. Die Ausbeute ist überschaubar: Ein einzelnes Tier liefert im Schnitt gerade einmal 200 Gramm der begehrten Faser. Um also einen einzigen hochwertigen Pullover zu fertigen, wird der Ertrag von bis zu fünf Ziegen benötigt.
Die einzigartigen Eigenschaften von Kaschmir machen das Material zu einem echten Alleskönner der Garderobe. Die Faser wirkt natürlich temperaturregulierend sowie geruchshemmend und weist Wasser wie auch Schmutz effektiv ab. Zudem schmiegt sie sich kratzfrei und außergewöhnlich weich an die Haut. Bei fachgerechter Pflege zeigt sich die feine Naturfaser langlebig – ein Begleiter, der über Jahrzehnte hinweg seine Qualität bewahrt.
Die richtige Reinigung von Kaschmir
Kaschmir waschen oder nicht? Diese Frage versetzt so manchen Textilliebhaber regelmäßig in Ratlosigkeit. Das klare Fazit der Experten: Gönnen Sie Ihrem Kaschmir-Teil so viel Ruhe wie möglich und waschen Sie es nur im Notfall.
Bevor der Pullover den Weg in die Trommel antritt, wirkt gründliches Auslüften oft schon Wunder. Dank der selbstreinigenden und geruchsabweisenden Naturfaser verfliegen unangenehme Gerüche im Handumdrehen. Gegen besonders hartnäckige Aromen hilft zudem ein einfacher Trick: das Gefrierfach. Luftdicht verpackt wandert das Strickteil für 24 bis 48 Stunden in die Kälte.
Im Wollwaschgang bei maximal 30 Grad passiert den meisten Kaschmirstücken nichts.
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Faustregeln für die Waschmaschine
Führt kein Weg am Waschen vorbei, darf modernem Kaschmir meist sogar die Waschmaschine zugetraut werden. Entgegen der weit verbreiteten Annahme ist die Maschinenwäsche – sofern das Pflegeetikett sie erlaubt – oft schonender als das Waschen per Hand. Der Grund: Bei der Handwäsche saugen sich die Fasern extrem mit Wasser voll, was das feine Maschenbild schnell ausleiern lässt.
Die Faustregel für die Maschine: Setzen Sie auf das Wollwaschprogramm bei maximal 30 Grad, nutzen Sie ein Wäschebeutelchen sowie ein spezielles Wollwaschmittel und begrenzen Sie den Schleudergang auf höchstens 600 Umdrehungen pro Minute. Zwei absolute Tabus gibt es dennoch: Weder Weichspüler noch der Wäschetrockner dürfen jemals in die Nähe der edlen Faser geraten.
Anschließend sollte das Kleidungsstück flach liegend an der frischen Luft trocknen. Vermeiden Sie es auf jeden Fall, Kaschmir auf einen Kleiderbügel oder die Wäscheleine zu hängen – das feine Material verliert durch das Eigengewicht der Nässe rasch seine Passform und verzieht sich.
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Pflege, Schutz und Reparatur im Alltag
Pilling – die lästigen kleinen Knötchen auf der Faser – lässt sich vor allem zu Beginn der Lebensdauer eines Strickteils kaum vermeiden. Ein Makel ist das jedoch nicht, sondern schlicht ein natürlicher Prozess des feinen Garns. Die Knötchen lassen sich mit einem speziellen Kaschmirkamm ganz unkompliziert und sanft auskämmen. Von elektrischen Fusselrasierern sollten Sie hingegen lieber die Finger lassen: Die scharfen Klingen schädigen das feine Gewebe viel zu leicht und können irreparable Löcher im edlen Stoff verursachen.
Kaschmir sollte in jedem Fall liegend und lichtgeschützt gelagert werden.
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Motten sind der natürliche Erzfeind jedes Kaschmir-Liebhabers – die feinen Naturfasern stehen auf dem Speiseplan der Textilschädlinge ganz weit oben. Zur wirksamen Vorbeugung hat sich schlichtes Zedernholz im Kleiderschrank bewährt: Das ätherische Öl verströmt einen Duft, den die Insekten konsequent meiden.
Sollte es dennoch zum Ernstfall gekommen sein und die Motten haben bereits Löcher im Gewebe hinterlassen, ist das edle Stück längst kein Totalschaden. Viele spezialisierte Kaschmir-Anbieter und Kunststopfereien bieten professionelle Reparaturangebote an. Mit etwas Geschick und dem passenden Faden lassen sich kleine Löcher zudem unkompliziert selbst reparieren. Das kostbare Investment-Piece muss also keineswegs voreilig entsorgt werden.
Es zeigt sich also: Wer sich vom Ruf der Empfindlichkeit des Kaschmirs nicht beirren lässt und diese einfachen Grundregeln beherzigt, gewinnt einen treuen Begleiter fürs Leben.
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