FBI-Direktor Kash Patel plant nach einem Bericht des US-Magazins Politico eine Reise nach Russland. Der Besuch sei für Mitte Oktober vorgesehen, berichtete Politico am Dienstag unter Berufung auf einen US-Regierungsvertreter und eine mit dem Vorgang vertraute Person. Beide seien für die Angaben zu den heiklen Reiseplänen anonym geblieben.
Nach Darstellung des Regierungsvertreters soll Patel am 14. und 15. Oktober zunächst Moskau und anschließend St. Petersburg besuchen. Als Gastgeber komme voraussichtlich der russische Inlandsgeheimdienst FSB infrage, der Nachfolgeorganisation des sowjetischen KGB. Eine zweite mit dem Vorgang vertraute Quelle bestätigte laut Politico die geplanten Stationen in Moskau und St. Petersburg im Herbst.
Zweck und Teilnehmer der Reise bislang unklar
Nach Angaben von Politico ist offen, was der Zweck des geplanten Besuchs ist. Ebenso sei unklar, ob Patel mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin oder ranghohen Mitarbeitern zusammentreffen werde.
Wie bei derartigen Reiseplänen von US-Amtsträgern seien die Termine vorläufig und könnten sich noch ändern, berichtete das Magazin.
Sprecher des Weißen Hauses verwiesen laut Politico auf das FBI. Sprecher des FBI und des Justizministeriums reagierten dem Bericht zufolge nicht auf entsprechende Anfragen.
Erste bekannte Russland-Reise eines FBI-Direktors seit 2013
Der letzte bekannte Besuch eines FBI-Direktors in Russland liegt Jahre zurück. Robert Mueller reiste nach übereinstimmenden Angaben des Washington Examiner zuletzt 2013 nach Russland.
Mueller wurde später als Sonderermittler eingesetzt, um Verbindungen zwischen dem Trump-Wahlkampfteam von 2016 und Russland sowie umfassendere russische Einflussversuche auf US-Wahlen zu untersuchen.
Andere ranghohe Geheimdienstvertreter reisten dem Bericht zufolge in der Zwischenzeit nach Russland. Der damalige CIA-Direktor Mike Pompeo erklärte laut Politico 2018 in einem Brief, offene Gesprächskanäle seien wertvoll, insbesondere in Bereichen gemeinsamen Interesses wie der Terrorismusbekämpfung.
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Reise vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs
Die Reisepläne fallen in eine Zeit angespannter Beziehungen zwischen Washington und Moskau wegen des russischen Kriegs gegen die Ukraine. Russland hatte zuletzt an maximalen Forderungen festgehalten, darunter die Abtretung von der Ukraine kontrollierten Gebiets in der östlichen Region Donbass. Kiew habe dies ausgeschlossen.
Nach Angaben des Washington Examiner billigte das US-Repräsentantenhaus im Vormonat zusätzliche Hilfen für die Ukraine in Höhe von 1,3 Milliarden US-Dollar sowie neue Sanktionen gegen Russland.
US-Präsident Donald Trump hat dem Bericht zufolge in seiner zweiten Amtszeit auf eine Entspannung der Beziehungen zu Putin gesetzt. Sein Sondergesandter Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner reisten laut den Berichten mehrfach nach Russland, unter anderem zu Treffen mit Putin.
Kritik an Reise- und Ausgabenverhalten Patels
Patel steht derweil nach Angaben Politicos wegen seines Reiseverhaltens auf Kosten der Steuerzahler zunehmend in der Kritik. Anfang des Monats leiteten die führenden Demokraten in den Justizausschüssen von Repräsentantenhaus und Senat eine Untersuchung zu einem möglichen Missbrauch staatlicher Mittel ein.
Zu den kritisierten Reisen zählen laut den Berichten der Besuch des Eishockey-Endspiels bei den Olympischen Winterspielen in Italien sowie ein Schnorchelausflug nahe dem Wrack der USS Arizona in Pearl Harbor.
Patel gehört den Berichten zufolge seit Langem zu den lautstärksten Kritikern der FBI-Ermittlungen zur russischen Einflussnahme auf die Wahl 2016, die er wiederholt als „Russia-Hoax“ bezeichnet.
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