Nahostkonflikt

Neue Vermittlung im Irankrieg: Katar schickt Delegation zu Gesprächen nach Teheran

Die USA bestehen auf Verhandlungen über das Atomprogramm, der Iran fordert zunächst ein Ende der Hafenblockade und der Ölsanktionen. Einen früheren Vorschlag Katars wies Teheran zurück.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Irans Präsident Massud Peseschkian und Katars Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani bei einem früheren Treffen in Teheran.

Irans Präsident Massud Peseschkian und Katars Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani bei einem früheren Treffen in Teheran.

© ZUMA Press Wire/imago

Katar hat erneut Vermittler nach Teheran geschickt, um eine Vereinbarung zwischen dem Iran und den USA auszuhandeln. Die Delegation traf am Freitag in der iranischen Hauptstadt ein, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf iranische Staatsmedien berichtete. Nach Angaben eines mit den Gesprächen vertrauten Vertreters gegenüber Reuters ist die Vermittlungsmission mit Washington abgestimmt.

Die Delegation wird nach Angaben der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna von einem hochrangigen Berater des katarischen Regierungschefs geleitet. Geplant seien Gespräche mit iranischen Regierungsvertretern über die bilateralen Beziehungen und die Lage in der Region.

Streit über Atomprogramm und US-Blockade

Katar hatte bereits zuvor erfolglos zu vermitteln versucht. Am Sonntag hatte das Golfemirat dem Iran nach Reuters-Angaben einen Vorschlag für eine Friedensvereinbarung vorgelegt. Ein hochrangiger iranischer Vertreter bezeichnete ihn als unannehmbar und erklärte, Teheran werde an seiner Haltung in der Atomfrage festhalten.

Die USA verlangen, dass von Beginn an auch über das iranische Atomprogramm verhandelt wird. Teheran fordert dagegen, dass Washington zunächst die Blockade iranischer Häfen beendet und die Sanktionen gegen iranische Ölexporte aufhebt.

Teheran besteht auf dem Recht, Uran für sein Atomprogramm selbst anzureichern. Der Leiter der iranischen Atomenergiebehörde, Mohammed Eslami, erklärte Anfang Oktober laut Reuters, sein Land werde weder auf die Urananreicherung verzichten noch seine Uranbestände abgeben. Der Iran bestreitet, Atomwaffen entwickeln zu wollen, und bezeichnet sein Atomprogramm als ausschließlich friedlich.

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Irans Außenminister Abbas Araghtschi hatte am Mittwoch erklärt, sein Land stehe weiterhin in engem Kontakt mit Vermittlern. Dabei würden Vorschläge geprüft, wie sich ein iranischer Sieben-Tage-Plan zur Beendigung des Krieges umsetzen ließe.

Einen solchen Plan hatte der Iran den USA bereits im September über katarische Vermittler vorgelegt. Demnach sollte die Straße von Hormus innerhalb einer Woche wieder für die Schifffahrt geöffnet werden, sofern Washington zuvor bestimmte Bedingungen erfüllt. US-Präsident Donald Trump lehnte den Vorschlag ab, wie Reuters berichtete.

Kontakte zwischen Washington und Teheran

Am Donnerstag hatten iranische Medien über ein Schreiben von US-Vizepräsident JD Vance an den iranischen Sicherheitschef Mohsen Resaei berichtet. US-Präsident Donald Trump erklärte dagegen, Vance habe sich wegen medizinischer Hilfsgüter an den Iran gewandt.

Der Krieg begann Ende Februar mit US-israelischen Luftangriffen auf den Iran. Trotz einer im April vereinbarten Waffenruhe greifen sich beide Seiten im Streit um die Kontrolle über die Straße von Hormus weiterhin an. Die Meerenge ist eine wichtige Transportroute für Öl und Gas.

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