- Schon mehrere Jahre interessierten sich Susanne Eikel und Detlef Barop für eine Eigentumswohnung. "Mit der Miete bezahlt man doch nur, ohne je etwas zu besitzen. Alles, was man in die Wohnung reinsteckt an Arbeit, geht beim Auszug oder einer Modernisierung durch den Vermieter verloren", meint er, der auch die bisherige Mietwohnung in Schuß brachte. Und sie ergänzt: "Außerdem gibt eine eigene Wohnung eine gewisse Sicherheit. Bis zur Rente haben wir den Kredit längst abgezahlt. Das ist auch ein wichtiger Fakt angesichts der zu erwartenden niedrigen Renten und der steigenden Mieten."Viele Eigentumswohnungen verschiedener Anbieter besichtigten die beiden mit ihrer Tochter, bevor sie sich schließlich für die Wohnung in dem rekonstruierten Plattenbau in der Rigaer Straße entschieden. Die helle Wohnung in der obersten Etage habe mit drei Zimmern gerade die richtige Größe, auch für später, wenn die Tochter mal auszieht. Man hätte aber kaum "ganz oben" gewählt, wenn nicht bei der Rekonstruktion in das fünfgeschossige Haus ein Fahrstuhl miteingebaut worden wäre. Der Hof ist grün und hat einen Spielplatz für die Kleine. Der Balkon, der bei der Modernisierung eine nach außen gesetzte, halbtransparente Verkleidung statt der ursprünglichen Betonbrüstung bekam, bietet ein zusätzliches Zimmer im Sommer. Frau Eikel hat ihn schon reich mit Blumen bestückt. Besonders wichtig war die Lage für die Familie: Man wollte in dem einkaufs- und verkehrsgünstigen Friedrichshainer Kiez bleiben, und Tochter Julia sollte nicht die Schule wechseln müssen. Mit der ursprünglichen Grundrißlösung waren die Wohnungs-Interessenten nicht ganz zufrieden. Sie monierten bei dem Verkäufer, der Wohnungsbaugesellschaft Friedrichshain, daß der Flur durch zwei zusätzliche Zwischenwände klein und dunkel sei, daß die Badgröße nicht für eine zusätzliche Dusche reicht, daß ein Zimmer über die Küche zu erreichen sein sollte. Detlef Barop entwarf einen neuen Grundriß, und gegen einen Aufpreis erreichten sie schließlich die Änderung. Günstig sei das Wohnungsangebot ansonsten ja auf jeden Fall knapp 3 000 Mark je Quadratmeter.Weil den Wohnungskäufern nicht gefiel, daß der Fußbodenbelag in der Küche aus Linoleum sein sollte, legten sie hier auf eigene Kosten Fliesen. Auch die andere Renovierung übernahm man selbst. Die Kosten wurden aus dem Gesamtpreis rausgerechnet. Finanzfachleute aus der eigenen Familie rieten, den Fehler zu vermeiden, in den ersten Jahren nur wenig abzuzahlen. Nun liege die Belastung zwar rund 600 Mark über der bisherigen Miete, damit würde aber schon gut getilgt, und die acht Jahre lang vom Staat gezahlte Eigenheimzulage würde für einen Bausparvertrag genutzt, mit dem man den Kredit ablöse. Dann sinken die monatlichen Abzahlungen. In 25 Jahren hoffen die jetzt Anfang Dreißigjährigen schuldenfrei zu sein.
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