Kaufhaus eine Stunde dicht

Hertie kämpft um Arbeitsplätze

xmma
2 Min

Ich will nicht, dass meine Mutti arbeitslos wird. Dieser Satz stand gestern Mittag auf dem Schild am Eingang der Hertie-Filiale in der Turmstraße in Moabit. Die Kunden mussten draußen warten. Ab 12 Uhr fand vor den Hertie-Filialen bundesweit eine Protestaktion der Mitarbeiter statt, die nach der Insolvenz der Kaufhausgruppe im letzten Jahr um ihre Arbeitsplätze bangen. Am 20. Mai 2009 hatte Hertie beschlossen, alle 54 Filialen mit etwa 3 000 Beschäftigten bis Mitte August zu schließen. In Berlin wären 260 Mitarbeiter betroffen. Schuld an der Pleite ist, aus Sicht der Gewerkschaft Verdi, der britische Gesellschafter Dawny Day. Dessen Mietvereinbarungen ließen von Anfang an keine Chance, Gewinne zu erzielen, sagte Hertie-Betriebsratsvorsitzender Mario Ratajczak. Die Mitarbeiter fordern eine Landesbürgschaft in zweistelliger Millionenhöhe für neue Investoren.Mit den Mitarbeitern von Hertie solidarisierten sich gestern auch die Angestellten von Karstadt und Mitglieder der IG Metall. Deren Vertrauensmann Gernot Wolf rief in seiner Rede vor dem Hertie-Gebäude zu einer spontanen Demonstration entlang der Turmstraße auf. So sollten weitere Anwohner auf die Missstände bei Hertie aufmerksam gemacht werden. Trotz des lauten Zuspruchs einiger Protestler lehnten die Verantwortlichen der Protestaktion diesen Vorschlag ab. Sie beendeten die Kundgebung um 13 Uhr. Kurz darauf konnten die wartenden Hertie-Kunden ins Kaufhaus gehen. (xmma.)

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