Kein Deal mit Anwälten

Bankdaten an Steuerfahnder weitergeleitet

AFP
2 Min

BERLIN. In der Affäre um Steuerhinterziehung über Stiftungen in Liechtenstein haben Hamburger Anwälte dem Bundesfinanzministerium Kundendaten der Liechtensteinischen Landesbank (LLB) angeboten. Die Anwälte seien an die zuständigen Steuerermittler verwiesen worden, ohne dass Bankdaten übergeben worden seien, bestätigte gestern der Sprecher des Finanzministeriums, Torsten Albig. Die Anwälte vertreten offenbar den mutmaßlichen Erpresser Michael F., der in Mecklenburg-Vorpommern in Untersuchungshaft sitzt. Er soll zusammen mit drei Komplizen seit 2005 mit rund 1 600 gestohlenen Kundendaten von der LLB neun Millionen Euro erpresst haben.Das Ministerium habe den Eindruck gehabt, die Anwälte wollten "die Situation" eines Mandanten verbessern, sagte Albig weiter. Demnach boten sie die Daten vor zehn Tagen an. Ein Sprecher der im Fall F. zuständigen Staatsanwaltschaft Rostock sagte, er erwarte von den Beschuldigten und ihren Anwälten die Herausgabe der Bankdaten der LLB. Diese könnten nicht "Gegenstand von Verhandlungen" über den Fortgang des Verfahrens sein. Die Anwälte hätten sich inzwischen offenbar erfolglos bei der mit der Steueraffäre befassten Staatsanwaltschaft in Bochum gemeldet.Laut der ARD-Sendung Panorama sind auf der DVD Kontodaten mit einem Volumen von mehr als vier Milliarden Euro gespeichert. Dabei soll es sich um Informationen von mehr als 2 000 Bankkunden handeln, die ihr Geld in Liechtenstein angelegt hatten. (AFP)

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