Arbeitskampf

Kein Filinchen vom Band: Gutena-Beschäftigte in Apolda legen für 24 Stunden die Arbeit nieder

Beim Filinchen-Hersteller Gutena in Apolda steht die Produktion still. Die Gewerkschaft NGG rief zu einem 24-Stunden-Warnstreik auf.

OAZ
2 Min
Am Donnerstag ruht beim Waffelbrot-Hersteller Gutena aufgrund eines Warnstreiks die Produktion. (Archivbild)

Am Donnerstag ruht beim Waffelbrot-Hersteller Gutena aufgrund eines Warnstreiks die Produktion. (Archivbild)

© Thomas Müller/IMAGO

Beim Apoldaer Waffelbrot-Hersteller Gutena, bekannt für die Marke Filinchen, soll an diesem Donnerstag die gesamte Produktion ruhen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat die Beschäftigten des thüringischen Unternehmens zu einem 24-stündigen Warnstreik aufgerufen. Beginn ist um 6 Uhr vor dem Werkstor im Gewerbepark an der B87 in Apolda. Mit der Arbeitsniederlegung will die Gewerkschaft den Druck auf die Geschäftsführung vor der dritten Tarifverhandlungsrunde am 17. April erhöhen.

Kern des Konflikts ist ein aus Sicht der NGG inakzeptables Angebot der Arbeitgeberseite. Die Gewerkschaft hatte nach eigener Darstellung ihre ursprüngliche Forderung von sieben Prozent mehr Lohn und Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten bereits gesenkt. Stattdessen schlug die NGG-Tarifkommission ein Stufenmodell vor: Erhöhungen von jeweils 30 Euro in den Monaten April, Juni und August sowie weitere 10 Euro ab Oktober.

Die Geschäftsführung von Gutena knüpfte ihre Zustimmung jedoch an weitreichende Gegenleistungen. So verlangt das Unternehmen laut Gewerkschaftsangaben eine Verlängerung der tariflichen Wochenarbeitszeit von derzeit 37 auf 38 Stunden – ohne finanziellen Ausgleich. Zusätzlich soll die Möglichkeit geschaffen werden, bis zu vier Sonderschichten einseitig und unter Umgehung des Betriebsrats anzuordnen. Die NGG bewertet diese Bedingungen als faktischen Reallohnverlust für die Beschäftigten und fordert ihrerseits die Rückkehr des Unternehmens in den Flächentarifvertrag der ostdeutschen Süßwarenindustrie.

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Der Thüringer NGG-Vorsitzende Jens Löbel kritisierte das Vorgehen der Geschäftsführung scharf: „Das ist ein handfester Schlag ins Gesicht der Belegschaft. Wer von seinen Beschäftigten verlangt, unbezahlt länger zu arbeiten und dafür am Ende auch noch ein Lohnminus auf den Tisch legt, hat jeden Bezug zur Realität verloren.“ Die Mitarbeiter bei Gutena leisteten hervorragende Arbeit und ließen sich „nicht mit Almosen abspeisen“, so Löbel.

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