Kein gezielter Angriff auf dunkelhäutigen Potsdamer

Staatsschutz ermittelt nach Prügelei

Martin Klesmann
2 Min

POTSDAM. Nach der Prügelei, bei der am Wochenende in Potsdam ein Dunkelhäutiger verletzt worden ist, geht die Polizei nicht von einer gezielt fremdenfeindlichen Attacke aus. Das bestätigte gestern der Sprecher des Polizeipräsidiums Potsdam, Rudi Sonntag. Allerdings habe die Staatsschutz-Abteilung des Präsidiums die weiteren Ermittlungen an sich gezogen, da es "eine fremdenfeindliche Schmähung" gegeben habe. Wie berichtet war der dunkelhäutige Potsdamer während des Übergriffs als "Scheiß Nigger" bezeichnet worden.Nach Informationen der Berliner Zeitung waren zwei alkoholisierte Gruppen am Sonnabend gegen 1.30 Uhr an der Breiten Straßen aufeinander getroffen. Eine sechsköpfige Gruppe pöbelte zunächst eine nach Einschätzung der Polizei linksorientierte Gruppe an, zu der auch zwei junge Frauen gehörten. Diese Gruppe schimpfte offenbar zurück. Bei der verbalen Auseinandersetzung soll es auch um die jungen Frauen gegangen sein. Schließlich seien vier junge Männer aus der ersten Gruppe auf die anderen zugerannt und hätten den 22-jährigen Dunkelhäutigen mit Füßen getreten, rassistisch beschimpft und zu Boden gedrückt. Dabei ist dieser verletzt worden, musste aber nicht im Krankenhaus behandelt werden.Drei der Gewalttäter seien wegen Körperverletzung bereits polizeilich aufgefallen, als Rechtsextreme aber nicht bekannt, sagte der Polizeisprecher. Die 19- bis 26-Jährigen bestreiten die Tat. Einen Vergleich mit dem Fall Ermyas M. wies Sonntag zurück. Seit Jahren gibt es gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen rechter und linker Jugendszene in Potsdam. (mak.)

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