Vier Jahre lang blieb in der Stadt Brandenburg (Havel) ein Toter in seiner Wohnung unentdeckt. In der vergangenen Woche fand ihn ein Wohnungsmakler in dem inzwischen leerstehenden Haus. Die mumifizierte Leiche von Klaus S. lag in einem Sessel vor dem Fernseher. Vermißt hatte den 51jährigen niemand. Nach Aussagen des Polizeipräsidiums Potsdam wird eine Straftat ausgeschlossen.Als für die Wohnung keine Miete mehr bezahlt wurde, hatte 1994 die städtische Wohnungsbaugesellschaft (Wobra) die Wohnung als Leerstand gemeldet, ohne sie zu überprüfen. "Wir haben keine Räumungsklage eingeleitet, weil die Alteigentümer dagegen waren", sagte Rene Hill, der Sprecher der Wobra. Alteigentümer ist eine Erbengemeinschaft, die 1997 das Haus erhielt. In deren Auftrag wollte der Geschäftsführer des Maklerbüros Horn die Verwertung des Mietshauses prüfen und fand die Leiche.Stadt bezahlt BeerdigungIn der Regel findet eine Abnahme statt, bevor Wohnungen als leer gemeldet werden. Die Wohnungsbaugesellschaft untersucht jetzt, warum die Wohnung damals nicht von einem Mitarbeiter überprüft wurde. Zumindest ist gesichert, daß Klaus S. ein ordentliches Begräbnis erhält. Wenn keine Verwandten des Toten ermittelt werden können, wird das Ordnungsamt der Stadt die Beerdigung übernehmen. "Die Leiche ist freigegeben, und wir sind dabei, es zu organisieren", sagte Sprecher Norbert Plaul.
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