Ein Sturm hat neue Bewegung in den Rechtsstreit um das John F. Kennedy Center for the Performing Arts (KC) gebracht. Nachdem sich die Umbenennung in Donald Trump and John F. Kennedy Center als rechtswidrig erwiesen hatte und der Name des amtierenden Präsidenten schmachvoll wieder abmontiert werden musste, wollte das mit seinen Vertrauten besetzte Kuratorium des KC die Anbringung seines Namens auf anderem Wege durchsetzen: Trump sollte nach der Renovierung des Gebäudes an dessen Fassade als Retter in Erscheinung treten. Wir hatten den Schriftzug schon vor Augen.
Dumm nur, dass die Renovierung, die nach den Plänen des Trump nahestehenden Kuratoriums mit einer zweijährigen Schließung des Gebäudes und mit öffentlichen Mitteln von 250 Millionen Dollar (sowie weiteren 500 Millionen Dollar an Spenden) einhergehen sollte, vielleicht gar nicht so nötig ist. Das wird derzeit vor einem Bundesgericht ausgefochten – unter anderem von Joyce Beatty, die als Vorstandsmitglied Klage gegen die Schließung eingereicht hat.
Ein Sturm zur rechten Zeit
War es Zufall oder Schicksal oder Karma, dass sich am vergangenen Freitag bei einem schweren Sturm und Regen Deckenteile des prunkvollen Foyers gelöst hatten und auf den roten Teppich gestürzt waren – zum Glück, ohne jemanden zu verletzen?
Das John F. Kennedy Center von außen während der richterlich angeordneten Demontage des Trump-Schriftzuges
© Imago
Ein Glücksfall im PR-Sinne ist es so oder so für Roma Daravi, Sprecherin des KC, die sofort Alarm schlug: Der Schaden unterstreiche die Notwendigkeit, den historischen Kunsttempel für die von Trump geforderten Renovierungen zu schließen. Sie bezeichnete den Deckeneinsturz als „ein weiteres Beispiel für die dringende Notwendigkeit, für Renovierung und Revitalisierung zu schließen, wie es unser Vorsitzender Präsident Trump gefordert hat“.
„Nur ein kleines Loch“
Kritiker wie die Bürgerinitiative Keep the KC bezeichnen den Schaden als begrenzt und werfen dem KC-Vorstand vor, zu dramatisieren. Von hier aus lässt sich schwer beurteilen, ob die Brösel auf dem Teppich ein Anzeichen für den bevorstehenden Kollaps des Gebäudes sind, eine unabhängige technische Bewertung liegt in der Berichterstattung nicht vor.
Aber das Justizministerium, das als eine Art Wutanfall-Verlängerung Trumps in Erscheinung tritt, hatte ohnehin schon vorher in Gerichtsdokumenten damit gedroht, das Gebäude ganz abzureißen, falls die Renovierung juristisch weiter blockiert werde. Gut wäre es, wenn man den Trümmerhaufen dann einfach liegen ließe und ein sehr, sehr großes Denkmal errichtete, auf dem mit schlichten, aber polierten bronzenen Lettern steht: Donald-Trump-Trümmerhaufen. Ein Duplikat könnte man für das Weiße Haus vorbereiten.
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