KI-Nutzung

KI im Job: Mehrheit der Firmen nutzt ChatGPT – nur jeder Vierte schult Mitarbeiter

Eine Forsa-Umfrage offenbart eine deutliche Lücke zwischen Einsatz und Qualifizierung. Vor allem kleine und mittlere Betriebe geraten ins Hintertreffen.

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Großunternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten nutzen generative KI häufiger.

Großunternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten nutzen generative KI häufiger.

© Nico Tapia/dpa

Mehr als die Hälfte der Unternehmen in Deutschland hat generative Künstliche Intelligenz bereits in den Arbeitsalltag eingeführt, ohne ihre Beschäftigten in nennenswertem Umfang dafür zu schulen. Generative KI-Anwendungen wie ChatGPT oder Copilot sind weit verbreitet. Bei der Qualifizierung der Beschäftigten klafft jedoch eine Lücke. Das geht aus einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag des TÜV-Verbands hervor.

Demnach setzen 56 Prozent der befragten Unternehmen Werkzeuge wie ChatGPT, Gemini, Claude oder Copilot ein. 50 Prozent sehen einen hohen oder sehr hohen Weiterbildungsbedarf beim Thema KI. Allerdings gaben nur 27 Prozent an, dass Mitarbeiter ihres Unternehmens bereits entsprechende Weiterbildungen besucht haben.

„Künstliche Intelligenz ist in vielen Unternehmen längst im Arbeitsalltag angekommen, aber der Kompetenzaufbau hält mit der Nutzung nicht Schritt“, sagte Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands. Wer KI produktiv und sicher einsetzen wolle, müsse gezielt in die Qualifizierung der Beschäftigten investieren.

Deutliches Gefälle nach Unternehmensgröße

Die Umfrage zeigt ein deutliches Gefälle nach Unternehmensgröße. Großunternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten nutzen generative KI häufiger und setzen Weiterbildungen öfter um. Fast jedes zweite Großunternehmen (49 Prozent) hat seine Belegschaft bereits geschult. Bei mittleren Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten liegt der Anteil bei 32 Prozent, bei kleinen Unternehmen mit 20 bis 49 Beschäftigten nur bei 21 Prozent.

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„Angesichts der Bedeutung von Künstlicher Intelligenz geht der Kompetenzaufbau insbesondere im Mittelstand nur langsam voran“, sagte Bühler. Die Unternehmen sollten mehr in KI-Schulungen investieren, Fortbildungen müssten von der Politik stärker gefördert werden.

Weiterbildung gilt als wichtig – Strategie fehlt oft

87 Prozent der befragten Unternehmen bezeichnen die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden als eher wichtig oder sehr wichtig. 75 Prozent erklärten, entsprechende Angebote stünden allen Beschäftigten offen. Eine schriftlich fixierte Weiterbildungsstrategie verfolgen jedoch nur 29 Prozent der Unternehmen.

„In wirtschaftlich angespannten Zeiten wird Weiterbildung oft zurückgestellt. Genau das ist der Fehler“, sagte Bühler. Gerade jetzt liege die Chance darin, freie Kapazitäten gezielt für Qualifizierung zu nutzen.

Für die Umfrage hat Forsa nach eigenen Angaben 500 Unternehmen ab 20 Beschäftigten zwischen dem 26. Januar und dem 11. März per Telefoninterview befragt. Die Stichprobe sei repräsentativ. Befragt wurden Verantwortliche für Weiterbildung, Geschäftsführer und Vorstände. (mit dpa)

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