Eine russische Drohne hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Freitag den Sitz des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU in Kiew getroffen. Der Angriff habe „direkt" auf das Büro des Geheimdienstchefs gezielt, erklärte Selenskyj im Online-Dienst Telegram. Reporter der Nachrichtenagentur AFP sahen mehrere Krankenwagen nahe dem Gebäude im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt.
Brand in Stadtbezirk Solomjanskyj
Zuvor hatte der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko auf seinem Telegram-Kanal mitgeteilt, im Stadtbezirk Solomjanskyj sei bei dem Drohnenangriff ein Feuer auf einem unbebauten Grundstück ausgebrochen. Rettungskräfte seien auf dem Weg zum Einsatzort. Welches Gelände betroffen ist, nannte Klitschko nicht.
Unterschiedliche Angaben zum Ziel
In sozialen Netzwerken kursierten nach einem Bericht der englischsprachigen Zeitung „Kyiv Post" Videos, die einen größeren Brand und eine Rauchsäule zeigen sollen. Die Zeitung erklärte, die genaue Örtlichkeit nicht unabhängig überprüfen zu können. Unbestätigte Berichte nannten zunächst als mögliches Ziel entweder einen Umschlagplatz des Paketdienstes Nova Poshta oder ein Flugzeug am Kiewer Flughafen Schuljany.
Der ukrainische Abgeordnete Oleksij Gontscharenko behauptete, eine Drohne habe ein Flugzeug in Schuljany getroffen. Betroffen seien zwei ältere Passagiermaschinen vom sowjetischen Typ Jak-40. Gontscharenko brachte den Angriff mit einer möglichen Reise des US-Sondergesandten Steve Witkoff und des Präsidentenberaters Jared Kushner in Verbindung, die nach seinen Angaben am Sonntag in Kiew erwartet würden.
Die Nachrichtenagentur AP berichtete, Russland setze seit einigen Tagen verstärkt schnelle Drohnen mit Düsenantrieb ein und greife Kiew inzwischen auch am Tag an.
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