Die Berliner Polizei hat am Donnerstagmorgen 13 Wohnungen wegen des Verdachts auf Kinderpornografie durchsucht. Wie die Polizei mitteilte, wird zwölf Menschen im Alter zwischen 17 und 63 Jahren vorgeworfen, „Missbrauchsabbildungen von Kindern und Jugendlichen“ besessen und auch teils verbreitet zu haben. Durchsucht wurden den Angaben nach Wohnungen in den Ortsteilen Buch, Charlottenburg, Fennpfuhl, Kaulsdorf, Lichterfelde, Märkisches Viertel, Marzahn, Neu-Hohenschönhausen, Neukölln, Prenzlauer Berg, Wedding und Weißensee.
Verdächtige sollen Kontakt zu Kindern aufgenommen haben
Neun erwachsene Tatverdächtige sollen für den Upload der Bild- und Videodateien, auf denen der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen dokumentiert ist, unterschiedliche Internetanbieter wie KIK, WhatsApp, Knuddels, Skype oder Discord genutzt haben.
Ein 35-Jähriger wird beschuldigt, im Mai 2024 über die Internetplattform „Reality“ Kontakt zu einem erwachsenen Mann aufgenommen zu haben, welcher sich auf der Plattform als Kind ausgab. Er soll dann versucht haben, das vermeintliche Kind zu sexuellen Handlungen zu überreden. Ein 48-Jähriger soll versucht haben, über die Plattform Facebook ein Treffen mit sexuellem Kontext mit einem erwachsenen Mann zu arrangieren, welcher sich ebenfalls als Kind auf der Plattform ausgab. Zudem soll der 48-Jährige dem vermeintlichen Kind ein Bild mit sexuellem Inhalt übersandt haben.
Bei den Durchsuchungen wurden fünf Computer, 13 Tablet-Computer, 13 Notebooks, 24 Mobiltelefone und zahlreiche weitere Datenträger aufgefunden und beschlagnahmt. Die weiteren Ermittlungen sowie die Auswertung der beschlagnahmten Gegenstände dauern an.
GdP lobt Einsatz gegen Kinderpornografie
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) schrieb zu dem Einsatz auf der Plattform X: „Es gibt nichts Perfideres als die Hilflosigkeit von Kindern schamlos auszunutzen. Umso wichtiger ist es, den Sicherheitsbehörden die gesetzlichen Möglichkeiten und technischen Voraussetzungen zur Verfügung zu stellen“. Er danke den Kollegen im Einsatz, so GdP-Landesvorstand Alexander Meyer.
Im Jahr 2023 hatte die Berliner Polizei 1802 Fälle des Verdachts von Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung kinderpornografischer Inhalte verzeichnet. Die meisten Hinweise zu Verdächtigen kommen laut Staatsanwaltschaft über Whatsapp-Gruppen oder von der US-amerikanischen Nicht-Regierungsorganisation NCMEC („National Center for Missing and Exploited Children“, deutsch: Nationales Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder).
Amerikanische Internetanbieter sind verpflichtet, Verdachtsfälle von Kinderpornografie an dieses Zentrum zu melden. Das NCMEC leitet die Hinweise mit den IP-Adressen von Computern an die Polizei weiter. Geht es um IP-Adressen in Deutschland, wird die deutsche Polizei verständigt, die die Nutzer der IP-Adressen ermittelt. Durch die vielen Hinweise aus den USA stieg auch in Deutschland in den vergangenen Jahren die Zahl der Ermittlungen. (mit dpa)
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