Gesundheit

Kinderstudie: Mehr Kilos, weniger Fitness im ersten Pandemiejahr

Laut einer Studie waren im Herbst vor der Pandemie 20,3 Prozent der Kinder übergewichtig oder fettleibig. Ein Jahr später lag der Wert bei 24,1 Prozent.

dpa
2 Min
Schon nach den ersten Corona-Maßnahmen im Jahr 2020 ist der Anteil der dicken Grundschulkinder einer aktuellen Studie zufolge um rund 20 Prozent gestiegen.

Schon nach den ersten Corona-Maßnahmen im Jahr 2020 ist der Anteil der dicken Grundschulkinder einer aktuellen Studie zufolge um rund 20 Prozent gestiegen.

© dpa/Bern Thissen

Ursprünglich wollte das Team um Gerald Jarnig am Grazer Institut für Bewegungswissenschaften den Effekt von Sportunterricht untersuchen. Dazu wurden rund 760 Mädchen und Jungen zwischen sieben und zehn Jahren im Raum Klagenfurt im September 2019 gewogen und gemessen. Außerdem wurde die Ausdauer getestet. Wegen monatelanger Schließungen und Schichtbetriebs in den Grundschulen wurde aus der Studie eine Untersuchung über Lockdowns.

Als die Tests im September 2020 wiederholt wurden, waren die Ergebnisse eindeutig: Im Herbst vor der Pandemie waren 20,3 Prozent der Kinder übergewichtig oder fettleibig gewesen. Ein Jahr später lag der Wert bei 24,1 Prozent.

Psychische Gesundheit wirkt sich auf Körpergewicht aus

Um die Ausdauer zu untersuchen, liefen die Kinder sechs Minuten lang. Vor der Pandemie kamen sie dabei im Schnitt 917 Meter weit. Im September 2020 waren die erreichten Strecken um elf Prozent kürzer. „Man kann sagen, dass das eine sehr starke Verschlechterung ist“, sagte Co-Autor Johannes Jaunig der Deutschen Presse-Agentur.

Auch wenn bislang keine weiteren Daten zu diesen Kindern vorliegen, sei anzunehmen, dass sich diese Negativtrends während neuerlicher Lockdowns ab Herbst 2020 fortsetzten, meinte er. Den Autoren zufolge können zusätzliche Kilos und kürzere Laufstrecken nicht nur mit Bewegungsmangel zu tun haben, sondern auch mit Veränderungen der Essgewohnheiten und der psychischen Gesundheit während der Pandemie.

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Weil sowohl Stadt- also auch Landkinder untersucht wurden, könnten die Ergebnisse nach Forscherangaben auf Österreich umgelegt werden. Sie seien wahrscheinlich auch mit der Situation in anderen europäischen Ländern vergleichbar, sagte Jaunig.

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