Die Altstadt wird ihr negatives Image nicht los. Trotz verlängerter Ladenöffnungszeiten beschweren sich Besucher über fehlende Angebote für den Abend. Am Montag diskutierten die Betreiber des Kinocenters Spandau an der Havelstraße 20 mit Geschäftsleuten und Politikern über eine Belebung der Fußgängerzone.Die Kinomacher kämpfen mit knappen Kassen: An Wochentagen kommen abends nur wenige Zuschauer (wir berichteten). Die Besucher fahren nach Geschäftsschluß nicht gerne ins Zentrum der Havelstadt, beklagen sich über "hochgeklappte" Bürgersteige und dunkle Schaufenster. "Wir wollen mit einer Kooperation die Innenstadt beleben", sagte Kinobetreiber Peter Sundarp nach dem Treffen. In Arbeit sei eine Broschüre, in der das Kinocenter vorgestellt werde. In dem Papier sollen auch Laden- und Restaurantbesitzer werben. Baustadtrat Thomas Scheunemann (SPD) appellierte an die Geschäftsleute, das Kinocenter als Publikumsmagnet zu nutzen. Er will dafür sorgen, daß das Filmtheater auf den neuen Hinweistafeln an den Altstadteingängen neben anderen Spandauer Attraktionen aufgelistet wird.Kinobetreiber und Kneipiers planen ein Angebot, daß sich "Kino und bummeln gehen" nennt: Filmfreunde werden nach dem Kinobesuch zur Altstadt-Tour eingeladen und können in verschiedenen Bars zum halben Preis trinken. Im Sommer soll die Altstadt leuchten. Peter Sundarp hofft auf den guten Willen der Geschäftsleute, die ihre Schaufensterbeleuchtung nachts eingeschaltet lassen sollen. Außerdem denkt der Kinobetreiber darüber nach, die Patenschaft für den Brunnen in der Havelstraße zu übernehmen und in diesem Frühjahr das Wasser wieder fließen zu lassen. Die Havelstraße gilt als eines der belebteren Gebiete der Altstadt. Von den sechs Gaststätten hat jedoch Anfang des Jahres die "Kartoffel-Backstube" am Reformationsplatz aufgegeben. Die restlichen fünf - zwei Imbisse, ein Restaurant, ein Cafe und eine Kneipe - schließen zwischen elf Uhr abends und drei Uhr morgens. Doch offenbar locken deren Angebote kaum Filmfreunde an. Die CDU hat einen Arbeitskreis Altstadt gegründet. Darin schlägt sie Schaufensterausstellungen und einen Wettbewerb "Bestes Geschäft" vor. Heute soll ein neues Konzept für den Rathausvorplatz präsentiert werden. Für die Havelstraße wünscht sich die CDU eine Kneipengasse - Klein-Düsseldorf an der Havel. Doch: "Wir können nur vorschlagen, die Geschäftsleute müssen es umsetzen", sagt deren Verordneter Carsten-Michael Röding. +++
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