Medien

„Auswendig gelernt“ bei Klartext? Das sagt das ZDF zu den Manipulationsvorwürfen

Nach Anschuldigungen von Alice Weidel erhebt jetzt ein potentieller Fragensteller Vorwürfe gegen den Sender und spricht von Einflussnahme. Das ZDF reagiert.

Daniel Cremer Len Sander
4 Min
Die AfD Kanzlerkandidatin Alice Weidel in der ZDF-Sendung Klartext am Donnerstag Abend

Die AfD Kanzlerkandidatin Alice Weidel in der ZDF-Sendung Klartext am Donnerstag Abend

© POOL

Mehr als fünf Millionen Menschen verfolgten am Donnerstag die ZDF-Sendung Klartext. Olaf Scholz, Robert Habeck, Alice Weidel und Friedrich Merz stellten sich den Fragen der Zuschauer im Studio. Nach der Sendung regte sich Empörung. Zunächst über die politische Ausrichtung. Bei einigen Zuschauern wurde die Parteimitgliedschaft genannt. Bei anderen wurde die politische Grundhaltung verschwiegen. Der Unternehmer Christoph Miethke zum Beispiel ist Mitglied im Bündnis „Brandenburg zeigt Haltung“, das von den Grünen unterstützt wird. Das kam in der Sendung nicht zur Sprache.

Die Berliner Zeitung fragte das ZDF, warum so verfahren wurde. Das ZDF antwortete ausweichend: „Aus Transparenzgründen wurde benannt, wenn ein Fragesteller oder eine Fragestellerin Mitglied einer Partei ist.“ Lässt sich so ein Verdacht entkräften? Die Vorwürfe richten sich mittlerweile auch gegen die Art, wie die Fragen aus dem Publikum zustande kamen. AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel raunzte Zuschauer Bodo de Vries an, dass seine Frage wie „auswendig gelernt“ klänge. Der implizite Vorwurf: Das ZDF könnte die Fragen mit den Zuschauern abgesprochen haben.

Werden Sie Teil des Ostablishments.

Sie haben bereits ein O+ Abo?

*