Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit trägt keine grüne Mode. Noch gebe es die ja kaum in den Kollektionen der Herrenausstatter, sagte er am Freitag in Kopenhagen. Damit sich das ändert und Bio-Mode genauso normal wird wie Bio-Essen, fand im Kopenhagener Rathaus eine Modenschau statt. Und die bewies, dass grüne Mode gar nichts mehr mit weiten, sackartigen Kleidern in Beige zu tun hat. Fünf Berliner und fünf Kopenhagener Designer zeigten jeweils zehn Entwürfe - mindestens drei davon waren nachhaltig produziert, und alle waren ziemlich avantgardistisch und elegant."Grüne Mode ist nicht nur elegant, sie ist nicht zuletzt auch sexy", sagte Wowereit vor der Show, die er mit seiner Amtskollegin Ritt Bjerregaard, Bürgermeisterin in Kopenhagen, eröffnete. Davon muss er sich hinter der Bühne im Gespräch mit den Designern überzeugt haben, denn die Show konnte er nicht verfolgen. Er musste zurück zum Flughafen.Die Modenschau vor 400 Gästen war Abschluss des Projekts "Next vision green bright fashion", das das Kreativnetzwerk Create Berlin initiiert hatte. Bereits im Mai trafen sich die Designer zu einem Workshop in Berlin, am Mittwoch ging das Programm in Kopenhagen weiter. Und weil bis Sonntag auch die Berlin Days in Kopenhagen stattfinden, wurde die Modenschau ins Programm integriert. Was auch gut passte, schließlich pries Wowereit vor dänischen Journalisten Berlin als guten Standort für Kreative. Das scheint sich allerdings längst herumgesprochen zu haben: 300 dänische Künstler sollen in Berlin leben.Für die meisten der teilnehmenden Designer war das nachhaltige Modemachen eine neue Erfahrung: Lackleder, Kunstfaser, gebleichter Jeans-Stoff - das ist alles tabu, wenn die Kleidung ökologisch produziert sein soll. Für Magdalena Schaffrin war das noch das geringste Problem: Sie hat ihr Label vor vier Jahren gegründet und von Anfang an nach strengen Öko-Kriterien gearbeitet. Auch Esmod-Absolventin Julia Knüpfer verarbeitete für ihre Abschluss-Kollektion ausschließlich Naturfasern. Aber für Newcomerin Tarané Hoock und die schon länger im Modebusiness Tätigen Esther Perbandt und Friederike von Wedel-Parlow war das Thema komplett neu.Weil sich die Designer darauf verständigt hatten, nur Stoffe zu verwenden, die ohne Schwermetalle gefärbt wurden, hat Friederike von Wedel-Parlow Walnussschalen und Birkenblätter ausgekocht, um damit Stoff zu färben. "Wenn man nur Pflanzenfarben benutzt, ist man ziemlich eingeschränkt", sagte sie. Knallgelbe und blaue Teile waren von ihr dennoch zu sehen. Trotzdem fiel auf, dass die Kreationen der Designer zu einem großen Teil in Schwarz, Weiß und Grau gehalten waren. "Es ist eine Herausforderung, nicht alles zur Verfügung zu haben", sagte Tarané Hoock. Alle Designerinnen wollen künftig vermehrt Öko-Stoffe verwenden. "Wir sind jetzt fast schon Experten für das Thema", sagte Esther Perbandt. "Am Anfang wusste ich nicht, wo man die Stoffe zu einem vernünftigen Preis herbekommt und welchen Öko-Siegeln man trauen kann." Das sei jetzt anders. Wie alle teilnehmenden Modemacher hat sie mehr als die geforderten drei Outfits nachhaltig produziert.------------------------------Foto: Die Berliner Modedesignerinnen Tarané Hoock (l.) und Esther Perbandt mit ihren ökologisch korrekten EntwürfenFoto: Klaus Wowereit lässt sich in Kopenhagen zeigen, was Schüler auf die Mauer gemalt haben.
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