Trockenheit

Klimawandel bedroht Gartendenkmäler in Berlin und Potsdam

Zu viel Trockenheit lässt manche Baumarten leiden, heftige Unwetter verschlechtern die Situation zusätzlich. Das betrifft auch die schönen alten Bäume im Schlossgarten Charlottenburg.

dpa
2 Min
ARCHIV - Eine Beregnungsanlage sprüht im Park von Schloss Sanssouci Wasser auf Sträucher und die Wiese.

ARCHIV - Eine Beregnungsanlage sprüht im Park von Schloss Sanssouci Wasser auf Sträucher und die Wiese.

© Soeren Stache/dpa

Dabei geht es um die Parks von Schloss Sanssouci, dem Neuen Garten, dem Park Babelsberg, der Pfaueninsel und dem Berliner Schlossgarten Charlottenburg. Die langen Trockenperioden, die Hitze und der dadurch zunehmende Schädlingsbefall „verursachen insbesondere seit 2018 einen erhöhten und deutlich sichtbaren Vitalitätsverlust bei Gehölzen aller Altersstufen“, so der Senat weiter. Astbrüche und schließlich das Absterben von Bäumen seien die Folge. Mehr Stürme trügen ebenso dazu bei.

50 Prozent der Bäume geschädigt

In allen Gärten der Stiftung seien bereits rund zwölf Prozent des 150 bis 250 Jahre alten Baumbestandes schwer geschädigt worden oder abgestorben. 50 Prozent der Bäume seien mindestens leicht geschädigt. Zwischen 2002 und 2016 seien jährlich zwischen 20 und 70 Bäume abgestorben, seit 2017 seien es etwa 180 bis 300 Bäume jährlich.

450 tote Bäume gefällt

Im laufenden Jahr wurden bislang rund 4700 geschädigte und 450 abgestorbene Bäume, die gefällt wurden, gezählt. Trotz Nachpflanzungen und Wiederaufforstung gibt es im Vergleich zu 2018 1400 Bäume weniger bei insgesamt etwa 50.000 Bäumen. Die Ausgaben für die Baumpflege stiegen von 2015 bis 2022 von 622.000 Euro auf mehr als eine Million Euro.

Zwar habe es im Jahr 2023 bisher eher mehr geregnet, trotzdem liege die Durchfeuchtung des Bodens weiterhin nur bei rund zehn Zentimeter Tiefe. Am meisten litten Rotbuchen und Waldbuchen, dann Eichen und Birken sowie Ulmen und Ahorne. Widerstandsfähig seien Winterlinden und Hainbuchen. Erprobt würden klimaresistentere Gehölzarten wie Zerr-Eichen, Ungarische Eichen, Esskastanien oder Gleditschien.

Die Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten rechnet für die Zukunft mit 30 Prozent höheren Ausgaben für die Parks. Nötig seien 15 Millionen Euro für Investitionen in die Wasserversorgung, eine Million Euro pro Jahr mehr für die Reparatur von Wegen, zwei Millionen Euro jährlich für Kompostplätze und Baumschulen und eine Million mehr pro Jahr für die Baumpflege.

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