Ukraine-Krieg

Klitschko: „Der Krieg wird auch an die Tür der Deutschen klopfen“

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko geht davon aus, dass Putin das ganze frühere russische Territorium beansprucht. Sein Interesse ende nicht an Polens Grenze.

Team News Alexander Schmalz dpa/lex
2 Min
Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko (M.) in der ukrainischen Hauptstadt

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko (M.) in der ukrainischen Hauptstadt

© dpa/kyodo

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko sieht im russischen Angriffskrieg die Hauptstadt der Ukraine weiterhin in großer Gefahr. „Kiew war ein Ziel und Kiew bleibt ein Ziel.“ Putin sage, dass er das ganze ehemals russische Territorium beanspruche: „Sein Interesse endet auch nicht in Kiew und an der Grenze zu Polen. Er wird so weit gehen, wie wir es ihm erlauben.“ Er fügte hinzu: „Der Krieg wird auch an die Tür der Deutschen klopfen“.

Klitschko bekräftigte zudem, dass er hohe Erwartungen an den Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz in der Ukraine hat. Berichten zufolge plant der SPD-Politiker noch im Juni eine gemeinsame Reise mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi. „Wir brauchen von den drei Führern der wichtigsten Länder harte Unterstützungssanktionen und Waffen so schnell wie möglich“, sagte Klitschko der „Bild“ und erneuerte seine Forderung nach mehr Munition und moderner Waffen.

Klitschko: „Wir verlieren Territorium, wir verlieren Menschenleben“

Er höre vom Militär, dass die seit Monaten angekündigte Unterstützung zwar zum Teil komme, aber nicht in der gewünschten Menge. „Das bedeutet: Wir verlieren einen Teil unseres Territoriums, wir verlieren Menschenleben“, sagte Klitschko.

Er gehe davon aus, dass die Lage der Ukraine durch einen Besuch deutlicher werden würde. „Ich glaube, man kann die Situation besser verstehen, wenn man Städte wie Butscha mit eigenen Augen gesehen hat“, sagte Klitschko. „Es ist zwar nicht mehr wie im März, als die russischen Soldaten die Städte gerade verlassen haben. Aber wenn die drei Staatschefs die Lage mit ihren eigenen Augen sehen und mit den Menschen sprechen, dann verstehen sie auch emotional, wie wichtig es ist, uns zu unterstützen. Mit allem - mit Waffen, mit Geld, mit humanitärer Unterstützung.“

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