Deutsche Nationalmannschaft

Klopps erster DFB-Kader: Diese Ostdeutschen dürfen auf ihre Chance hoffen

Am Donnerstag präsentiert Jürgen Klopp seinen ersten DFB-Kader. Während Robert Andrich nicht mehr dazu gehört, dürfen sich zwei Legionäre Hoffungen machen.

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Jürgen Klopp bei seiner Vorstellung als neuer Bundestrainer

Jürgen Klopp bei seiner Vorstellung als neuer Bundestrainer

© Florian Wiegand/dpa

Der neue Bundestrainer nominiert in dieser Woche seinen ersten Kader für den DFB. Am kommenden Donnerstag könnte er dabei ganze 30 Spieler zum Lehrgang einladen – sieben mehr als die 23 Spieler, die in den Nations-League-Spielen gegen die Niederlande, Griechenland und Serbien jeweils im Kader stehen dürfen. Dies berichteten verschiedene Medien übereinstimmend.

Der Grund dafür sei, dass der Trainer nicht einzelne Spieler übermäßig belasten wolle. Schließlich dauert die Länderspielpause diesmal eine Woche länger und umschließt ganze vier Spiele für die deutsche Fußballnationalmannschaft.

Für die Spieler sind das gute Nachrichten. Stars wie Joshua Kimmich oder Florian Wirtz bekommen eine Pause. Für andere Spieler, die noch um die Nominierung zittern, erhöht sich die Chance, den neuen Bundestrainer zu überzeugen.

Ostdeutsche Profis hoffen auf Nominierung

Auch einige ostdeutsche Profis dürften mit großen Hoffnungen einschalten, wenn Klopp am Donnerstag (10 Uhr) seinen Kader präsentiert.

Die größten Chancen auf einen Platz bei Klopp dürfte von ihnen Kevin Schade haben. Der gebürtige Potsdamer ist in ausgezeichneter Frühform, schoss in vier Spielen bereits drei Tore – und das für den FC Brentford in der wohl besten Liga der Welt, der englischen Premier League.

Da Klopp, der selbst als Trainer des FC Liverpool viele Jahre in England verbrachte, als großer Fan der Liga gilt, dürfte der 24-jährige Linksaußen mit großer Sicherheit in den DFB-Kader zurückkehren. Fünf Länderspiele hat Schade bereits absolviert. Die WM mit Ex-DFB-Coach Julian Nagelsmann hatte er aber verpasst.

Kevin Schade jubelt über sein erstes Tor der neuen Saison.

Kevin Schade jubelt über sein erstes Tor der neuen Saison.

© IMAGO/Chris Nutton

Maxi Beier muss zittern

Als einziger ostdeutscher Fußballer war in den USA im Sommer Maximilian Beier bei der Weltmeisterschaft mit an Bord. Der Profi von Borussia Dortmund kommt aus Brandenburg an der Havel und kam während der WM bei der 1:2-Niederlage gegen Ecuador zum Einsatz.

Um eine Rückkehr in den Kader unter Klopp muss der 23-Jährige voraussichtlich etwas zittern. Beim BVB wird er in der laufenden Saison nicht mehr in der Offensive eingesetzt, sondern meist als Schienenspieler in der Fünferkette – eine Rolle, die es so beim DFB auch unter Klopp nicht geben wird.

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Nagelsmann hatte Beier noch unter anderem wegen dessen Geschwindigkeit und Tiefgang nominiert. Doch genau diese Qualitäten zeigen während der laufenden Saison auch andere Spieler, die auch in ihren Vereinen als Offensivspieler gut in Form sind: Kevin Schade etwa in England, Karim Adeyemi, der beim FC Barcelona derzeit aufblüht, oder auch Saïd El Mala beim 1. FC Köln.

Überraschungskandidat Röhl

Weniger Konkurrenz gibt es beim DFB auf der Position des rechten Verteidigers. Bei der WM spielte dort Kapitän Joshua Kimmich. Bei ihm jedoch rechnen viele damit, dass er unter Klopp wieder ins Mittelfeld zurückkehren wird. Ein gelernter Rechtsverteidiger zählte unter Nagelsmann gar nicht erst zum Kader. Gut möglich also, dass Klopp hier einen Überraschungskandidaten zum nächsten Lehrgang einlädt – und der könnte aus Potsdam kommen.

Merlin Röhl nämlich, der in der Bundesliga für den SC Freiburg auflief, geht gerade in sein zweites Jahr in der englischen Premier League. Während er beim Sportclub noch als zentraler Mittelfeldspieler eingesetzt wurde, spielt der 24-Jährige für den FC Everton in dieser Saison als Stammspieler hinten rechts.

Dort könnte er auch für Klopp interessant sein. Das Problem: Am vergangenen Wochenende fehlte Röhl seinem Verein aufgrund einer nicht näher beschriebenen Verletzung. Ob er rechtzeitig fit wird, um erstmals zum DFB-Kader zu gehören, ist daher nicht klar.

Merlin Röhl im Einsatz für den FC Everton.

Merlin Röhl im Einsatz für den FC Everton.

© IMAGO

Kleindienst als Außenseiter

Nach einer langen Phase der Verletzungen endlich fit ist Tim Kleindienst. Der Stürmer von Borussia Mönchengladbach war zwar nur etwas mehr als ein halbes Jahr Nationalspieler, lief vom Herbst 2024 bis zum Frühling 2025 sechs Mal für den DFB auf, doch schoss dabei vier Tore.

Sein Profil als kopfballstarker Stürmer fehlte Deutschland seit seiner Verletzung. Trotzdem dürfte der 31-Jährige für den ersten DFB-Kader eher Außenseiterchancen haben. Der in Jüterbog geborene Stürmer sucht in dieser Saison noch seine Form. Zuletzt fiel Kleindienst zudem negativ auf, weil er im Interview nach der 3:4-Niederlage gegen den SV Elversberg vor allem seine jungen Mitspieler kritisierte.

Fast ausgeschlossen ist, dass Klopp den Potsdamer Robert Andrich nominiert. Vor etwas mehr als zwei Jahren gehörte der zwar noch zu jener Mannschaft, die Deutschland bei der Heim-EM begeisterte. Inzwischen ist der 31-Jährige aber bei seinem Klub Bayer 04 Leverkusen aussortiert worden. In der laufenden Saison durfte er nur 19 Minuten auf dem Platz stehen.

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