Körting: Lage im Kongo erneut prüfen

Kongolese nach Abschiebung misshandelt?

Felix Zimmermann
2 Min

Der kürzlich aus Berlin in den Kongo abgeschobene Asylbewerber Raphael Batoba soll in seiner Heimat misshandelt worden sein. Nach seiner Ankunft in der Hauptstadt Kinshasa sei er festgenommen und im Polizeigewahrsam geschlagen worden, sagte der 37-Jährige dem Radiosender Radio Multikulti in einem Telefon-Interview. Nach eigenen Angaben hatte er sich ein Mobiltelefon geliehen. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, die Deutsche Botschaft in Kinshasa sei eingeschaltet, die Verhaftung Batobas könne nicht bestätigt werden. Die Innenverwaltung hatte den abgelehnten Asylbewerber am Wochenende im vierten Versuch abgeschoben, sein Asylantrag war mehrfach abgelehnt worden.Bei Abschiebungen richten sich die Länder nach Berichten des Auswärtigen Amtes über die asyl- und abschiebungsrelevante Lage in den jeweiligen Ländern. Nach dem jüngsten Bericht für die Demokratische Republik Kongo habe für zurückkehrende Kongolesen keine Gefahr bestanden. Innensenator Erhart Körting hat das Auswärtige Amt gebeten, diesen Bericht zu überprüfen. "Sollte im Kongo Misshandlung drohen, können wir dorthin nicht weiter abschieben", sagte er. Man müsse sich bei Abschiebungen auf die Berichte verlassen können.Berlins Ausländerbeauftragter Günter Piening sagte, er sei sehr besorgt über diesen Fall. "Sollten sich die Angaben Batobas bewahrheiten, muss sich das Auswärtige Amt kritische Fragen gefallen lassen. " Die Länder bräuchten größere Entscheidungsspielräume, um bei großen Bedenken von einer Abschiebung absehen zu können. (fez. )

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